Erste ELSTER-Nutzergruppen starten im Juli

Ab Juli

Steuererklärung bald mit einem Klick möglich


Aktualisiert am 13.02.2026 – 11:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Steuern erklären per Smartphone: Ab 1. Juli 2026 soll die Steuererklärung für Millionen Menschen leichter werden. (Quelle: petrunjela/getty-images-bilder)

Am Handy mit einem Klick die Steuererklärung machen? Was einst wie ein unerfüllbarer Wunsch klang, soll ab Juli möglich werden. Zumindest für die ersten Nutzer in Deutschland.

Ab 1. Juli soll die Steuererklärung per App auf dem Smartphone mit nur einem Klick für die ersten Anwendergruppen bundesweit verfügbar sein. Dies sind nach Angaben des bayerischen Finanzministeriums ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Bezieherinnen und Bezieher von Alterseinkünften, also etwa Rentner. Bayern hatte die Funktion im Auftrag von Bund und Ländern entwickelt und programmiert. Sie soll in allen Bundesländern zur Verfügung stehen.

Bereits ab 31. März sollen sich Bürgerinnen und Bürger, die in den Anwendungskreis fallen, diese Funktion in der App „MeinELSTER+“ freischalten können.

Ab Juli erhalten die Betreffenden vom Finanzamt eine vorausgefüllte Steuererklärung sowie eine Vorschau auf den Steuerbescheid, basierend auf den bereits vorliegenden Steuerdaten für das Steuerjahr 2025. Stimmen die Nutzer zu, können sie die Erklärung mit nur einem Klick absenden. Änderungen oder Anpassungen sind selbstverständlich vor Versand jederzeit möglich. Funktionen und Anwenderkreis der App sollen nach und nach weiter ausgebaut werden.

Nach Angaben von Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) könnten durch die neue Funktion bundesweit 11,5 Millionen Steuerpflichtige die „Steuererklärung einfach, sicher, unkompliziert und direkt vom Smartphone aus“ erledigen. Er sprach von einem „weiteren Meilenstein in Sachen Digitalisierung und Nutzerfreundlichkeit der Steuerverwaltung“.

Die Steuererklärung per App und mit nur einem Klick ist allerdings nicht unumstritten. So befürchten Lohnsteuerhilfen finanzielle Einbußen der Nutzer. Auch der Chef der Steuersoftware Wiso-Steuer wies bei t-online auf einen grundlegenden Konflikt zwischen den Interessen des Staates und den Interessen der Steuerzahler hin. „Das Finanzamt will korrekte und vollständige Steuern einziehen. Wir dagegen helfen den Bürgern, jede legale Ersparnis für sich zu nutzen. Wer einen amtlichen Entwurf ungeprüft akzeptiert, sollte also wissen, dass er damit womöglich Geld verschenkt“, warnte er.

Der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG), Florian Köbler, hingegen begrüßt die Einführung einer vorausgefüllten Steuererklärung. „Genau das fordern wir seit Jahren: Die Technik soll die Arbeit machen – nicht der Bürger. Dass ab Juli elf Millionen Menschen eine fertige Steuererklärung bekommen und nur noch bestätigen müssen, ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Köbler auf Anfrage von t-online. „Aber ich will ehrlich sein: Die Rakete steht auf der Startrampe. Jetzt braucht sie Treibstoff. Und der Treibstoff sind Daten.“

So sollte man sich etwa die verpflichtende E-Rechnung für Unternehmen zunutze machen. Über die Steuer-ID könnten künftig Rechnungen vom Handwerker, zur Kita-Gebühr oder für die Pflege der Eltern direkt beim Finanzamt landen. Informationen also, die den Behörden bisher noch fehlen. „Dann erledigt sich die Steuererklärung von selbst“, so Köbler. Allerdings fordert er auch ein einfacheres Steuerrecht mit weniger Regeln und mehr Pauschalen. „Die beste App hilft nichts, wenn dahinter ein bürokratisches Monster lauert.“

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