Organisierte Kriminalität

Bücherbande in U-Haft: Es geht um Millionen

Aktualisiert am 25.03.2026 – 17:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Alte Bücher (Symbolbild): Am Mittwoch gab es Razzien in vier Bundesländern. (Quelle: imageBROKER/Mariano Gaspar/imago-images-bilder)

Ältere Menschen glauben, ein Vermögen in Buchform zu besitzen. Eine Bande nutzt offenbar genau diesen Glauben aus und kassiert Millionen. Jetzt gehen Ermittler gegen sie vor.

Ermittler haben am Mittwoch eine Bande zerschlagen, die ältere Menschen mit gefälschten Buchkäufen um rund elf Millionen Euro gebracht haben soll. Bei der Razzia wurden fünf Verdächtige festgenommen, teilten die Behörden mit. Rund 200 Beamte hätten seit dem frühen Morgen 27 Objekte in Hessen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg durchsucht.

Den Ermittlern zufolge soll die Bande seit 2022 mindestens 370 Menschen geschädigt haben. Die Masche: Den Opfern soll vorgespiegelt worden sein, dass Käufer für deren angeblich wertvolle Bücher gefunden worden seien, die bereit dazu sind, Preise „in astronomischer Höhe“ zu zahlen. Um den vermeintlichen Verkauf abzuwickeln, sollten die Opfer Vorauszahlungen zahlen, etwa für Transport und Versicherung, so die Behörden. Die älteren Menschen sollen dafür teils Bankkredite aufgenommen haben.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft beschreibt die Gruppe als „hochprofessionell und arbeitsteilig“ agierende Bande, die unter dem Deckmantel von Scheinfirmen mit Sitz vor allem in Frankfurt am Main auftrat.

Als mutmaßliche Führungsfigur gilt ein 36-jähriger Mann aus Unterfranken, der eine Gruppe von „Vertriebspartnern“ geleitet und bei den Betrugstaten angeleitet haben soll. Drei weitere Männer aus Unterfranken im Alter zwischen 31 und 39 Jahren standen laut Ermittlern in direktem Kontakt zu den Opfern. Eine 33-jährige Frau soll die Geschädigten über ein Callcenter angesprochen haben. Sie wurde in Frankfurt festgenommen.

Die Ermittler pfändeten zudem Vermögen in Höhe der Gesamtschadenssumme: Bei einem der Beschuldigten stellten sie ein Auto im Wert von mehr als 200.000 Euro sicher. Außerdem wurden 50 Bankkonten und zwei Immobilien in Unterfranken eingefroren. Die Ermittlungen dauern an.

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