In NRW und Spanien

Ermittler nehmen mutmaßliche Russland-Spione fest


Aktualisiert am 24.03.2026 – 16:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Bundesanwaltschaft hat die Festnahmen veranlasst (Archivbild). (Quelle: Uli Deck/dpa/dpa-bilder)

Zwei Verdächtige sollen im Auftrag eines russischen Geheimdienstes eine Person in Deutschland ausgespäht haben. Jetzt wurden sie festgenommen.

Die Bundesanwaltschaft hat in Rheine in Nordrhein-Westfalen eine 45 Jahre alte Rumänin und im spanischen Elda einen 43-jährigen Ukrainer festnehmen lassen. Beide stehen nach Angaben der Karlsruher Behörde im Verdacht, für einen russischen Geheimdienst eine Person in Deutschland ausgespäht zu haben, die Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert.

Der Ukrainer soll die Zielperson den Ermittlern zufolge seit Dezember 2025 beobachtet haben. Demnach sammelte er im Internet Informationen und fertigte Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz des Betroffenen an. Als er nach Spanien zog, soll die Frau den Auftrag spätestens ab März 2026 übernommen haben. Sie soll die Privatadresse des Mannes aufgesucht und dort mit dem Mobiltelefon gefilmt haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft beiden mutmaßliche geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Die Ausspähaktionen dienten den Angaben zufolge mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson. Zeitgleich zu den Festnahmen wurden auch die Wohnräume der Beschuldigten durchsucht.

Die Frau soll am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser entscheidet darüber, ob sie in Untersuchungshaft kommt. Der Mann soll nach seiner Überstellung aus Spanien vorgeführt werden.

Der Fall ist kein Einzelfall. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation deutlich verschärft. Beobachtet wird demnach auch, dass russische Akteure für solche Einsätze Personen aus dem kleinkriminellen Milieu gegen Bezahlung anwerben. An den Ermittlungen sind unter anderem das Bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

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