
Zugkatastrophe in Spanien
Erklärt dieses Foto den Tod von 43 Menschen?
20.01.2026Lesedauer: 2 Min.
Noch immer sind nicht alle Toten aus den Trümmern geborgen. Unterdessen verdichten sich die Hinweise auf die Ursache der Zugkatastrophe von Córdoba.
Beamte der Spurensicherung knien an Gleisen, sie fotografieren und messen: Von der spanischen Guardia Civil veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie die Männer und Frauen in den weißen Schutzanzügen auf der Suche nach der Ursache für den Tod von wahrscheinlich 43 Menschen sind. Inzwischen scheinen sie eine entscheidende Spur zu haben: Auf den Bildern der Guardia Civil ist eine gebrochene Schiene zu sehen.
Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente schließt nicht aus, dass dieser Gleisschaden zu dem folgenschweren Unglück führte. Die weiteren Untersuchungen müssten nun klären, ob die gebrochene Schiene Ursache oder Folge des Zusammenstoßes zweier Züge in der andalusischen Provinz Córdoba sei, zitierte ihn Spaniens öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft RTVE.
Gleichzeitig betonte Puente, es werde mindestens Tage oder sogar auch noch Wochen dauern, bis es belastbare Erkenntnisse gebe. Bis dahin bleibe die verhängnisvolle Kollision „schwer zu erklären“. Der Unfall ereignete sich auf einem geraden Streckenabschnitt, in einem Bereich ohne Weichen oder Signale. Und, hob der Minister hervor: „Die Züge fuhren, wie festgestellt wurde, mit reduzierter Geschwindigkeit.“
Video | Zugunglück in Spanien
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Zudem sei der Streckenabschnitt jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renoviert worden. „Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall“, sagte Verkehrsminister Puente.
Die Tragödie hatte sich am Sonntagabend ereignet. Gegen 19.40 Uhr waren die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges der italienischen Eisenbahngesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz bei einem Tempo von etwas mehr als 200 Kilometern pro Stunde entgleist und in das benachbarte Gleis geraten, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Just zu dem Zeitpunkt kam ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit ähnlicher Geschwindigkeit entgegen und kollidierte frontal mit den entgleisten Waggons.