
Im Durchschnitt erkranken etwa 25 von 1.000 fünfzigjährigen Frauen in den nächsten zehn Jahren an Brustkrebs. Bei einer Brustdichte der Kategorie 1 gehen Schätzungen von 10 von 1.000 Frauen aus. Bei einer Brustdichte der Kategorie vier sind es den Schätzungen zufolge 32 von 1.000. Bei einer Brustdichte der Kategorie 3 – also bei den meisten Frauen mit hoher Brustdichte – liegt das Risiko mit 27 von 1.000 Frauen nur leicht über dem Durchschnittsrisiko aller Frauen. Bisherige Studien lassen bei Frauen mit hoher Brustdichte zudem kein erhöhtes Risiko erkennen, an Brustkrebs zu sterben.
Der Grund für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei dichtem Brustgewebe liegt im Drüsengewebe. Eine Brust mit viel Drüsengewebe enthält mehr Zellen, die im Laufe des Lebens entarten und zu Brustkrebs werden können. Hinzu kommt, dass es bei dichtem Brustgewebe schwieriger ist, bösartige Tumoren in Röntgenuntersuchungen zu erkennen. Bei hoher Brustdichte – besonders der Kategorie 4 – ist es für Ärzte schwerer, im Röntgenbild Brustkrebs zu entdecken, da dichtes Brustgewebe auf dem Röntgenbild ebenso weiß wie ein Tumor aussehen kann.
Da Ärzte um dieses Risiko wissen, werden die Geräte zur Mammografie so eingestellt, dass sie auch bei einer hohen Brustdichte möglichst gute Bilder zeigen. Dennoch: Werden bei Frauen mit einem Brustgewebe der Kategorie 1 nahezu alle Tumoren in der Früherkennungs-Mammografie erkannt, sind es bei Frauen der Kategorie 4 etwa 50 Prozent.
„Die Tastuntersuchung der Brust ist für alle Frauen sinnvoll – unabhängig von der Brustdichte“, sagt Weg-Remers. Frauen wird empfohlen, einmal im Monat die Brust abzutasten – möglichst eine Woche nach dem Beginn der letzten Periode. Dann ist die Brust besonders weich und Veränderungen lassen sich gut fühlen. Am besten geht das Abtasten unter der Dusche. Die Wärme entspannt das Gewebe zusätzlich, Wasser und Duschgel erleichtern das Gleiten über die Haut. Aufmerksam werden sollten Frauen bei:
Engmaschigere Untersuchungen beim Arzt oder vermehrtes Abtasten sind laut der Krebsexpertin bei Frauen mit einem dichteren Brustgewebe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht notwendig. „Das Brustkrebsrisiko bei dichtem Brustgewebe ist im Vergleich zu einem weniger dichten Gewebe nur gering höher. Frauen müssen deswegen nicht besorgt sein oder vermehrte Untersuchungen durchführen lassen. Das ist dann ratsam, wenn in der Familie ein hohes Brustkrebsrisiko besteht und genetische Marker für Brustkrebs gefunden wurden.“