
Millionen Autofahrer nutzen seine Idee
James Moylan stirbt mit 80 Jahren
05.01.2026 – 15:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Fast jeder Autofahrer orientiert sich an ihm, doch kaum jemand kennt seinen Schöpfer. James Moylan erfand den kleinen Pfeil neben der Tankanzeige. Aus purem Frust im Regen. Nun ist der frühere Ford-Mitarbeiter gestorben.
Wer in einem Auto, etwa einem Mietwagen, an die Zapfsäule rollt, kennt den Moment der Unsicherheit: Ist der Tankstutzen links oder rechts? Ein winziges Detail im Display löst diese Ratlosigkeit zuverlässig. Der kleine Pfeil direkt neben dem Zapfsäulen-Symbol weist den Weg. James („Jim“) Moylan, der Erfinder dieses nützlichen Helfers, starb im Dezember 2025 im Alter von 80 Jahren. Das berichtet die US-Branchenzeitung „Automotive News“.
Die Geburtsstunde des Pfeils schlug im April 1986. Moylan fuhr damals in Dearborn (US-Bundesstaat Michigan) einen Firmenwagen. Als er tanken musste, steuerte er prompt die falsche Seite der Zapfsäule an. Da der Schlauch nicht reichte, musste er umparken. Beim Aussteigen im strömenden Regen wurde Moylan klatschnass. Dieses Erlebnis ärgerte ihn so sehr, dass er noch am selben Tag eine Lösung skizzierte.
Zurück an seinem Schreibtisch bei Ford entwarf der Designer einen schlichten Hinweis für das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad. Seine Idee: Eine Markierung zeigt künftig die Position der Tankklappe zweifelsfrei an. In seinem internen Vorschlag argumentierte er strategisch: Der Aufwand für die Umsetzung sei minimal, der Gewinn an Komfort hingegen enorm. Er sah den Nutzen vor allem für Mietwagenkunden, Nutzer von Poolfahrzeugen und Haushalte mit mehreren Autos.
Moylans Arbeitgeber erkannte das Potenzial. Ford führte die Markierung erstmals im Modelljahr 1989 ein. Zu den ersten Fahrzeugen mit dem Pfeil gehörten der Ford Escort und der Mercury Tracer. Von dort aus verbreitete sich der Hinweis schrittweise in der gesamten Branche und über alle internationalen Märkte.
Seit den 1990er-Jahren gehört der Pfeil weltweit zum Standard, auch wenn einzelne Hersteller gelegentlich darauf verzichten. Mittlerweile nutzt auch die Elektromobilität das Prinzip. E-Autos kennzeichnen mit dem Pfeil die Seite der Ladebuchse. Das spart besonders an engen Schnellladestationen Zeit und Rangiermanöver.
James Moylans Idee gehört heute zum Weltstandard. Sein Pfeil ist Design, das man erst bemerkt, wenn es fehlt. Er erspart Millionen Autofahrern das peinliche Rangieren an der Zapfsäule. Moylan selbst zahlte 1986 mit einer nassen Jacke für diese Eingebung. Seither kommen Autofahrer trocken an die Zapfpistole.