Früchte aus dem Supermarkt

Erdbeeren: Sollte man jetzt schon zugreifen?


Aktualisiert am 25.03.2026 – 07:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Erdbeeren: Die Früchte, die es jetzt schon zu kaufen gibt, stammen oft aus Spanien. (Quelle: Natissima/getty-images-bilder)

Verlockendes Angebot: Erdbeeren haben bei uns zwar noch keine Saison, importierte Früchte sind aber schon erhältlich. Kann man sie bedenkenlos kaufen?

Viele freuen sich im Sommer auf Erdbeeren. Wie praktisch, dass es die leckeren Früchte schon immer früher zu kaufen gibt – oder?

Laut Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern sprechen viele Gründe dafür, lieber auf die heimischen Erdbeeren zu warten. „Erdbeeren, die man um diese Jahreszeit im Supermarkt kaufen kann, stammen in der Regel aus Spanien, einem der größten Erdbeeranbauländer der Welt“, so die Fachberaterin im Bereich Lebensmittel und Ernährung. „Die Region aus der die Erdbeeren stammen, liegt im Südwesten des Landes in der Nähe des Nationalparks ‚Coto de Doñana‘. Das ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete des Landes, in dem viele bedrohte Tierarten sowie Vögel leben und in dem Zugvögel überwintern.“

Das Problem: Damit Erdbeeren gut gedeihen, benötigen sie viel Wasser. „Die Bewässerung wirkt sich verheerend auf den dortigen Grundwasserspiegel aus. Zudem sind laut der Umweltschutzorganisation WWF viele der gebohrten Brunnen illegal. Die ganze Region trocknet mit der Zeit aus“, erklärt Hülsmann.

Zudem ist der weite Transport aus häufigen Exportländern wie Spanien oder Griechenland bis zu uns schlecht für das Klima, besonders da die empfindlichen Früchte mit dem Flugzeug transportiert würden.

Im Jahr 2024 wurden laut Statista insgesamt rund 120.508 Tonnen Erdbeeren nach Deutschland importiert, die Exportmenge belief sich in diesem Jahr dagegen auf rund 7.168 Tonnen. Das wichtigste Lieferland von Erdbeeren für Deutschland ist dabei Spanien.

„Die CO2-Bilanz von Erdbeeren ist am besten, wenn diese biologisch angebaut sind und regional sowie in der Saison gekauft werden“, sagt die Expertin. Denn auch heimische Erdbeeren aus dem Gewächshaus schnitten klimatechnisch nicht besonders gut ab, da das Beheizen der Gewächshäuser viel Energie benötige, die nur teilweise aus erneuerbaren Energien stamme.

Zu den Importländern außerhalb der EU gehören auch Marokko und Ägypten. Obst und Gemüse aus Deutschland und der EU enthält weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln als importierte Ware aus Nicht-EU-Ländern. Noch besser schneiden Bioprodukte ab, in denen überwiegend keine Pestizidrückstände nachweisbar sind.

Allerdings gibt es noch ein weiteres Problem mit den empfindlichen, importierten Früchten. Damit sie die weite Reise möglichst unbeschadet überstehen, werden sie laut Verbraucherzentrale während des Anbaus mit Pestiziden behandelt.

Bei einem „Öko-Test“ von Früherdbeeren aus 2023 fanden die Tester etwa bei einer Erdbeer-Sorte aus Südspanien sieben verschiedene Pestizide. Generell schnitt der Großteil der importierten Erdbeeren eher schlecht ab. Weitere Informationen zum Test finden Sie hier.

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