„Erlöst nicht von Dummheit“
Atze Schröder wettert über Roland Kaisers Texte
07.03.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Schlager gilt für viele als unbeschwerte Unterhaltung. Atze Schröder erklärt nun, warum einige Texte für ihn jedoch Fragen aufwerfen.
Schlagerhits laufen in Deutschland seit Jahrzehnten im Radio, im Fernsehen und auf großen Bühnen. Viele der eingängigen Refrains kennen Fans auswendig. Comedian Atze Schröder hat sich einige dieser Texte genauer angesehen – und stört sich dabei an einigen Formulierungen.
In einer aktuellen Folge des Podcasts „Zwischen den Zeilen“ analysiert er mit Bettina Böttinger bekannte Liedzeilen aus dem Musikgenre. Schröder kritisiert dabei den bekannten Titel von „Warum hast du nicht Nein gesagt“ von Roland Kaiser und Maite Kelly. Ihn störe primär die Schuldzuweisung in der Zeile direkt nach dem Refrain: „Es lag allein an dir.“
Der Comedian erklärt dazu: „Ich weiß, man singt da mit, ohne sich Gedanken zu machen, aber das erlöst den Text ja nicht von seiner Dummheit.“ Zugleich betont er, dass seine Kritik nicht als grundsätzlicher Angriff auf die Schlagerbranche gedacht sei. „Also ich will auch keinem den Spaß nehmen, aber trotzdem kann man das ja mal hinterfragen – und es macht ja auch Spaß, solche Sachen zu hinterfragen.“
Im Gespräch mit Böttinger nimmt er auch einen Text von Andrea Berg unter die Lupe. Darin heißt es: „Du hast mich tausendmal belogen – du hast mich tausendmal verletzt.“ Für Schröder entsteht im weiteren Verlauf des Liedes ein Widerspruch, denn im Refrain folgt die Zeile: „Ich würd es wieder tun mit dir heute Nacht.“ Für ihn wirkt diese Kombination irritierend. „So blöd kann doch keine sein.“
Auch ein anderer Song kommt im Gespräch zur Sprache. Bettina Böttinger verweist auf die Zeile „Wenn man lächelt so wie du“ aus G.G. Andersons Song „Nein heißt ja“ und merkt dazu an: „Das war aber vor #metoo.“ Für Schröder relativiert das die Aussage jedoch nicht. „Ja, aber Frauenrechte gingen ja schon immer – und so alt ist das Ding auch noch nicht.“
