
„Sven Schulze gibt’s nur einmal“
Er soll künftig in Sachsen-Anhalt regieren
Aktualisiert am 08.01.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 4 Min.
Reiner Haseloff will sein Amt als Ministerpräsident Sachsen-Anhalts frühzeitig niederlegen. Sein Nachfolger steht schon in den Startlöchern: Sven Schulze.
Haseloff ist ein echtes Urgestein der Politik in Sachsen-Anhalt. Seit 2011 regiert er das Land als Ministerpräsident. Schon im vergangenen Jahr hatte er angekündigt, bei der kommenden Landtagswahl am 6. September nicht mehr antreten zu wollen. Der CDU-Politiker wollte schon zuvor einen Generationswechsel anstreben und hatte seinen Wirtschaftsminister Schulze als Nachfolger vorgeschlagen.
Wichtig sei ihm dabei, dass Schulze seine eigene „klare Position zu extremistischen Kräften und eine ganz klare Abgrenzung zur AfD“ teile. Das stellte Haseloff bereits während der Vorstellung seines möglichen Nachfolgers klar. Eine Regierung mit der AfD bezeichnete Haseloff als „Katastrophe für Sachsen-Anhalt“.
Doch der Ministerpräsident in spe hat ein Problem: seinen geringen Bekanntheitsgrad. Noch kennen die wenigsten im Land den amtierenden Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt. Das überrascht Schulze nicht: „Das würde mich jetzt auch wundern, wenn manche sagen, den kenn‘ ich schon: Den Namen Schulze immerhin gibt’s sehr häufig in Sachsen-Anhalt“, sagte er dem Sender MDR im August 2025. Selbstbewusst schob er aber auch gleich hinterher: „Den Sven Schulze gibt’s in der Form aber nur einmal.“
Das stimmt. Schulze, 46, ist in Quedlinburg geboren. „Ich bin ein Landeskind“, betont er gern. In Aschersleben hat er 1998 Abitur gemacht. „Damals hat man uns gesagt: ‚Ihr habt hier keine Zukunft.‘ Das darf sich nicht mehr wiederholen“, so Schulze.
Schulze studierte nach dem Abitur Wirtschaftsingenieurwesen, natürlich im heimischen Clausthal. 2014 zog er für die CDU ins Europaparlament ein. Brüssel weitet den Blick: 2021 kehrte Schulze als Kronprinz zurück in die Heimat und übernahm die Wirtschaft in Haseloffs Kabinett.
Sachsen-Anhalt hat – wie andere Länder im Osten – mit Wegzug zu kämpfen. Doch längst zieht die Wirtschaft im Osten an. Im thüringischen Erfurt baut der chinesische Hersteller CATL Batterien für E-Autos. Im sächsischen Dresden arbeiten mehr als 100.000 Beschäftigte in der Halbleitertechnik.