Entführer der Kinder von Christina Block sagt aus

Er reiste plötzlich nach Hamburg

Wende um Chef-Entführer im Block-Prozess


Aktualisiert am 18.11.2025 – 13:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Christina Block steht neben ihrem Anwalt Ingo Bott im Landgericht Hamburg: Jetzt meldet sich der mutmaßliche Kopf der Entführer zu Wort. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

Im Prozess um die Entführung zweier Kinder der Familie Block fehlte bislang eine wichtige Stimme: die des mutmaßlichen Chefs der Entführer. Er hat sich nun unerwartet den Behörden gestellt.

Die Vernehmung fand laut dem Bericht in Hamburg statt. Zuvor hatte sich der Anwalt des Beschuldigten bei den Ermittlern gemeldet, die Fahndung nach dem mutmaßlichen Entführer war in der Folge aufgehoben worden. Die Sprecherin sagte: „Sollte B. Anstalten treffen, sich dem Verfahren zu entziehen, wofür derzeit keinerlei Anhaltspunkte vorliegen, würde die Staatsanwaltschaft die Fahndung nach dem Beschuldigten wieder aufleben lassen.“

Wie der „Spiegel“ berichtete, soll B. Christina Block in der Aussage schwer belastet haben. Er erklärte, sie habe von Anfang an alles gewusst. Demnach soll B. noch in diesem Jahr vor dem Hamburger Landgericht aussagen.

B. gilt als mutmaßlicher Hauptverantwortlicher der Entführung der Block-Kinder. Der ehemalige Offizier der israelischen Armee und Geheimdienst-Agent soll – gemeinsam mit mehreren israelischen Komplizen – die damals 13 Jahre alte Tochter und den zehnjährigen Sohn von Christina Block und ihrem Ex-Partner Stephan Hensel aus Dänemark nach Deutschland gebracht haben. Ein ebenfalls angeklagter Israeli, Tal S., hatte seine Beteiligung an der Rückholaktion im Laufe des Prozesses bereits gestanden.

Der Prozess um die Entführung der Block-Kinder soll am Mittwoch fortgesetzt werden. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Vater von Christina Block, Eugen Block, eine neue Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Vorsitzende Richterin eingelegt hat. Sein Anwalt Gerhard Strate wirft der Großen Strafkammer vor, ein parallel laufendes Strafverfahren gegen Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel zu verzögern. Der Vater ist ebenfalls wegen Kindesentziehung angeklagt.

Am 29. Oktober hatten bereits die Verteidiger eines anderen Angeklagten einen Befangenheitsantrag gestellt – erfolglos: „Für eine solche Besorgnis bestehen keine nachvollziehbaren Gründe“, verlas die Vorsitzende Richterin am 22. Verhandlungstag Mitte November die Entscheidung.

Die Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, während eines Sorgerechtsstreits den Auftrag erteilt zu haben, zwei ihrer vier Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut ihres in Dänemark lebenden Ex-Manns zu entführen. Block bestreitet das, für sie gilt die Unschuldsvermutung.

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