Flughafen Düsseldorf

Sicherheitskräfte müssen Toilettenpausen anmelden


Aktualisiert am 13.07.2026 – 07:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Toiletten sind am Düsseldorfer Flughafen ausgeschildert (Symbolbild): Eine neue Regelung für Sicherheitskräfte verursacht Unverständnis. (Quelle: IMAGO/Joeran Steinsiek/imago)

Sicherheitskräfte am Düsseldorfer Airport müssen Toilettenpausen ab sofort bei der Bundespolizei anmelden. Die neue Pflicht löst scharfe Kritik aus.

Die Sicherheitskontrollen am Flughafen in Düsseldorf sollen Passagiere möglichst reibungslos den Weg in den Urlaub ebnen. Nun löst ein Vorgang hinter den Kulissen scharfe Kritik aus: Der Bundespolizei und dem Security-Arbeitgeber DSW wird von der Gewerkschaft Verdi vorgeworfen, die Arbeitsbelastung bei der Fluggastkontrolle deutlich zu erhöhen.

Auslöser ist eine aktuelle Mitarbeiterinformation, die Verdi vorliegt. Demnach sollen Beschäftigte beim Verlassen ihrer Kontrollposition – insbesondere für Toilettengänge – umgehend die zuständige Aufsicht informieren und sich anschließend wieder zurückmelden. Laut dem Schreiben soll so verhindert werden, dass einzelne Kontrollspuren wegen zeitgleicher Pausen stillstehen würden. Die Verantwortlichen verweisen auf Beispiele aus den vergangenen Tagen.

Loading…

Embed

„Ein Griff ins Klo“, kommentiert Verdi die neue Maßnahme am Düsseldorfer Flughafen. Sie zeige ein grundsätzliches Personalproblem, aber sicher nicht ein Fehlverhalten der Beschäftigten. Wenn bereits normale Toilettengänge dazu führten, dass Kontrollpositionen nicht mehr besetzt seien, lasse die Planung offenbar keine Reserven mehr zu, kritisiert Verdi.

Toiletten am Flughafen Düsseldorf: Von zwölf auf zehn Beschäftigte reduziert

Der Streit schwelt bereits seit mehreren Wochen. Nach Angaben der Gewerkschaft soll die Personalstärke an den Kontrollstellen seit dem 8. Juni reduziert worden sein. Dort, wo in einer sogenannten Doppelspur bislang im Normalfall zwölf Beschäftigte eingesetzt worden seien, sollen nun offenbar maximal zehn Kräfte arbeiten.

Verdi spricht deshalb von einer Arbeitsverdichtung. Die Zahl der Fluggäste werde dadurch nicht geringer, die Anforderungen an die Beschäftigten blieben aber gleich hoch. Sie müssten gefährliche Gegenstände erkennen, Fluggäste kontrollieren und dauerhaft konzentriert arbeiten. Jeder Fehler könne erhebliche Folgen haben.

Verdi am Flughafen Düsseldorf: Kritik auch mit Blick auf Hitze

Die Gewerkschaft verweist zudem auf den Gesundheitsschutz. Gerade bei hohen Temperaturen müssten Beschäftigte ausreichend trinken können. Dass sie dadurch häufiger eine Toilette aufsuchen müssten, sei normal und dürfe ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Hinzu komme, dass es an den Terminals nur eine begrenzte Zahl an Personaltoiletten gebe, wodurch zusätzliche Wege oder Wartezeiten entstehen könnten.

Bereits im Juni hatte Verdi die Reduzierung der Teamstärken scharf kritisiert. Die Gewerkschaft verweist dabei auch auf ein EU-Audit aus dem vergangenen Jahr, bei dem nach ihren Angaben Mängel bei den Abläufen der Luftsicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen festgestellt worden seien.

Share.
Die mobile Version verlassen