
Hohe Empfindlichkeit
Welche Pflege bei besonders sensibler Haut hilft
01.01.2026 – 07:50 UhrLesedauer: 4 Min.
Sensible, zu Allergien neigende Haut braucht eine besonders sanfte Reinigung und Pflege. Worauf Betroffene achten sollten und was die Hautbarriere stärkt.
Empfindliche Haut reagiert schnell gereizt: Sie rötet sich, ist trocken, brennt und juckt. Eine geschwächte Hautbarriere, bestehende Allergien und irritative Einflüsse verschlimmern die Beschwerden. Betroffenen gelingt es oft nur schwer, die gereizte Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine konsequente, sanfte Basispflege hilft, die Symptome zu lindern und neuen Hautreaktionen vorzubeugen. Worauf es bei der Reinigung und Pflege sensibler Haut ankommt.
Die Pflege sensibler Haut kann eine Herausforderung sein – besonders, wenn eine Allergie hinzukommt. Bei einer allergischen Kontaktdermatitis, auch allergisches Kontaktekzem genannt, reagiert das Immunsystem auf bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe mit Abwehr. In der Hautpflege können das beispielsweise bestimmte Duftstoffe oder Konservierungsstoffe sein.
Das allergische Kontaktekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Kosmetika können Inhaltsstoffe enthalten, auf die der Körper allergisch reagiert. Der allergische Hautausschlag zeigt sich in der Regel ein bis drei Tage nach dem Kontakt, kann aber auch später auftreten. Die Haut zeigt Rötungen, Schwellung, Jucken, Pustelbildung, Schuppung und nässende Stellen. Bei sensibler, zu Allergien neigender Haut gilt: Weniger ist mehr – bei der Reinigung und bei der Pflege.
Duftstoffe sind die häufigste Ursache für eine durch Kosmetik, Pflegeprodukte oder Parfum verursachte Kontaktallergie. Die als häufig allergieauslösend identifizierten Duftstoffe müssen zum Schutz der Kontaktallergiker deklariert werden.
Zu den hochpotenten Allergieauslösern mit hohem Sensibilisierungspotenzial gehören laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB):
- Evernia Prunastri Extract (Eichenmossextrakt)
- Evernia Furfuracea Extract (Baummoosextrakt)
- Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde (Lyral)
- Isoeugenol (Ylang-Ylang, Muskatnussöl)
Zu den potenten Allergieauslösern mit mittlerem Sensibilisierungspotenzial gehören dem DAAB zufolge:
- Cinnamal (Zimtaldehyd)
- Cinnamyl Alcohol (Zimtalkohol)
- Citral (Zitronenöl, Lemongras)
- Farnesol
- Hydroxycitronellal
Vorbeugend ist es empfehlenswert, auf potenziell allergieauslösende Stoffe wie Duftstoffe zu verzichten, um das Immunsystem nicht zu überreizen. Es gibt mittlerweile viele Reinigungs- und Pflegeprodukte, die frei von Duft sind.
Besteht bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Stoffe, sollten Betroffene den Kontakt strikt meiden. Der Blick auf die Inhaltsliste schafft Klarheit. Falls unklar ist, welche Substanz die allergische Reaktion verursacht, kann ein Allergietest helfen, die Allergene festzustellen.
Die Hautschutzbarriere stärken: Reinigung mit pH-neutralen Produkten
Doch auch ohne Allergie kann die Haut gereizt reagieren. Eine irritative Kontaktdermatitis entsteht ohne Immunreaktion. Mögliche Auslöser sind häufiges Waschen, reizende Inhaltsstoffe, etwa aggressive Tenside, bestimmte Konservierungsstoffe und Alkohol.
Für die Hautreinigung bei sensibler Haut ist es ratsam, zu hautschonenden, pH-neutralen Waschprodukten ohne Duft- und Konservierungsstoffe zu greifen, die den natürlichen Säureschutzmantel der Haut respektieren. Geeignet sind entsprechende Waschgele, seifenfreie Syndets, eine sanfte Reinigungsmilch oder ein Reinigungsöl.