Der Wirkstoff bringt somit die Immunzellen direkt in Kontakt mit den Tumorzellen. Dadurch werden die T-Zellen aktiviert und setzen sogenannte Zytokine (Botenstoffe, die Immunreaktionen steuern) und zellschädigende Proteine frei, wodurch die Krebszellen gezielt zerstört werden.
Tarlatamab soll als Infusion zum Einsatz kommen, wenn nach einer Chemotherapie eine weitere, systemische Behandlung nötig ist. In einer großen Studie lebten Patienten mit Tarlatamab im Durchschnitt 13,6 Monate und damit deutlich länger als mit Standard-Chemotherapie, bei der das Überleben bei 8,3 Monaten lag. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tarlatamab zählen systemische Entzündungen (Zytokinfreisetzungssyndrom), Appetitlosigkeit und Fieber.
Bisher besteht die Standardbehandlung bei fortgeschrittenem SCLC meist aus einer Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie. Diese Behandlung kann das Tumorwachstum bremsen, heilt die Erkrankung jedoch in der Regel nicht. Sollte die Zulassung erfolgen, könnten beide Medikamente die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene deutlich erweitern, insbesondere in späteren Krankheitsphasen.
Ob die beiden Wirkstoffe tatsächlich eingesetzt werden dürfen, entscheidet nun die Europäische Kommission. Sie folgt in der Regel den Empfehlungen der EMA.
