Vom Prestigeobjekt zum Problemfall
Image im Eimer: Tesla-Absatz bricht massiv ein
28.02.2025 – 08:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Früher heiß begehrt, heute Ladenhüter: Teslas verlieren massiv an Wert, Käufer wenden sich ab. Schuld daran ist nicht die Technik, sondern Elon Musk. Ist der Tesla-Hype vorbei?
Tesla, einst begehrtes Statussymbol, wird zunehmend zum Ladenhüter. Immer mehr Besitzer wollen ihre Fahrzeuge loswerden – und immer weniger Autofahrer wollen sie kaufen. Das Problem ist nicht die Technik, sondern der Mann an der Spitze des Unternehmens: Elon Musk.
Seine politischen Eskapaden, sein Schulterschluss mit Trump und mit Rechtsextremisten – all das treibt Kunden in Scharen zur Konkurrenz. Wer früher stolz einen Tesla fuhr, überlegt heute, wie er ihn wieder verkaufen kann. Selbst Prominente distanzieren sich von der einstigen Vorzeigemarke.
Das schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder. Im Januar 2025 brach der Tesla-Absatz in Deutschland um 60 Prozent ein, europaweit wurden nur noch 7.517 Fahrzeuge zugelassen – halb so viele wie im Vorjahreszeitraum. Während andere Hersteller mehr Elektroautos verkaufen, machen viele Autokäufer einen großen Bogen um die US-Marke.
Die sinkende Nachfrage hat einen weiteren Grund: Noch vor wenigen Jahren galten Tesla-Modelle als besonders wertstabil. Heute nicht mehr:
Für Unternehmen wird Tesla zunehmend zu einem Imageproblem. „Viele Geschäftsführer und Manager haben das Gefühl: Mit einem Tesla kann man nicht mehr vorfahren“, sagt Veit Neises vom Händler Elektra im Saarland dem „Spiegel“. Seine Firma bekommt derzeit viele Teslas zum Kauf angeboten – Käufer sind seltener.
Die Marke ist so aufgeladen, dass sich Fahrer öffentlich von ihr distanzieren. Das derzeit wohl beliebteste Accessoire ist ein Aufkleber: „I bought this before Elon went crazy“ (Ich habe dieses Auto gekauft, bevor Elon verrückt wurde). US-Sängerin Sheryl Crow postete auf Instagram, wie ihr Tesla per Abschleppwagen verschwindet. Für viele ist der Verkauf eine Frage der Haltung – auch wenn sie Verluste in Kauf nehmen.
Nicht nur die Kunden kehren Tesla den Rücken – auch an der Börse bröckelt das Vertrauen. Die Aktie des einst gefeierten Elektroautobauers hat massiv an Wert verloren. Der langjährige Tesla-Anhänger und Investor Ross Gerber verkaufte Mitte 2024 Aktien im Wert von 60 Millionen Dollar – und geht mit Elon Musk hart ins Gericht. Sein Vorwurf: „Tesla hat die besten Produkte – aber einen CEO, der keine Autos verkauft und sich kaum um das Unternehmen kümmert.“
Gerber ist mit seiner Skepsis nicht allein. 13 Analysten haben ihre Tesla-Prognosen bereits gesenkt, die Investmentbank Guggenheim rät zum Verkauf der Aktie. Auch JP-Morgan-Analyst Ryan Brinkman warnt: Musk sorgt für Schlagzeilen – aber nicht für steigende Kurse.