
Das Ende eines Irrglaubens
Stromer laden: Fast jeder macht es falsch
14.01.2026 – 15:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Vorsichtiges Schongang-Laden gilt unter Stromer-Fahrern als Pflicht. Aber das ist laut einer umfassenden Datenanalyse fast immer unnötig. Wer auf das Schnellladen verzichtet, verschwendet schlicht seine Zeit.
Häufiges Schnellladen zerstört die Batterie: Diese Warnung begleitete das Elektroauto von Beginn an. Experten fürchteten die chemische Belastung durch hohe Wattzahlen. Doch eine umfangreiche Datenauswertung des Telematikspezialisten Geotab gibt jetzt Entwarnung. Wichtigstes Ergebnis: Die Batterien sind zäher als ihr Ruf. Die Angst vor dem schnellen Strom ist unbegründet.
Geotab analysierte Daten von mehr als 22.700 Elektroautos 21 verschiedener Marken. Das Fazit lautet: Zwar altern Batterien durch häufiges Schnellladen (DC) etwas schneller, doch dieser Unterschied ist in der Praxis nahezu irrelevant.
Wer meist mit mehr als 100 Kilowatt lädt, verliert demnach pro Jahr rund drei Prozent seiner Speicherkapazität. Wer sein Auto hingegen geduldig an der heimischen Wallbox (AC) lädt, verliert nur etwa 1,5 Prozent. Dieser Unterschied ist messbar, hat aber keine wirtschaftlichen Auswirkungen. „Der Zustand der Batterien bleibt gut, auch wenn die Fahrzeuge schneller geladen und intensiver genutzt werden“, bilanziert Charlotte Argue von Geotab.
Oft diskutieren Autofahrer auch über die Temperatur beim Laden oder den idealen Ladestand. Die Studie zeigt: Beides wird völlig überschätzt. Hitze lässt den Akku kaum schneller altern – gerade einmal 0,4 Prozentpunkte machen hohe Temperaturen aus. Auch wer den Akku im Alltag stark beansprucht, schadet ihm kaum. Nur zwei Fehler sollte man vermeiden: das Auto regelmäßig komplett leerzufahren oder randvoll stehenzulassen.
Das Ergebnis der Studie ist vor allem für Gebrauchtwagenkäufer ein Segen. Die Akkus halten in der Regel länger, als die Hersteller die Lebensdauer ihrer Modelle kalkulieren. Die Sorge vor einem kostspieligen Batterietausch ist meist völlig unbegründet.