Eisbachwelle in München: Pilotprojekt soll Attraktion wiederbeleben

Nach zähem Ringen

Stadt und Surfer einigen sich auf Pilotprojekt für Eisbachwelle

09.01.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Die berühmte Eisbachwelle im Englischen Garten in München (Archivbild): Nach monatelanger Diskussion soll ein Pilotprojekt nun ihre Rückkehr ermöglichen. (Quelle: Imago/Sven Simon)

Die berühmte Surfwelle im Englischen Garten soll zurückkommen. Stadt und Surfer ziehen vorerst an einem Strang – und starten einen Testlauf.

Nach monatelanger Unsicherheit um die Surfwelle im Englischen Garten gibt es nun Bewegung in der Frage, wie es mit Münchens Wahrzeichen weitergehen soll: Die Stadt München und Vertreter der Surfszene haben sich auf einen Pilotversuch zur Wiederherstellung der Eisbachwelle geeinigt. Das teilte das Büro von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit.

Der Münchner Surfclub und die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) wollen den Projektversuch organisieren – und übernehmen dafür auch die Haftung. Lange war genau diese Frage ein zentraler Streitpunkt. Die Stadt wiederum sichert die technische und statische Prüfung der Bauwerke. Außerdem sollen die städtischen Leitstellen die Erreichbarkeit im Notfall gewährleisten.

Ein genauer Starttermin für das Projekt steht bisher nicht fest. Reiter hatte Anfang der Woche das Frühjahr als zeitlichen Horizont ins Spiel gebracht.

Der Einigung war ein eineinhalbstündiges Gespräch im Münchner Rathaus vorausgegangen. Neben Oberbürgermeister Reiter und Vertretern der Surfer waren auch Fachleute des Wasserwirtschaftsamts, der Stadtverwaltung und der Strömungsexperte Robert Meier-Staude beteiligt. Ziel sei es, die Eisbachwelle langfristig als surfbare Welle zu erhalten, hieß es. Auch eine spätere Übernahme durch die Stadt werde diskutiert – eine Entscheidung sei dazu aber noch offen. Ein weiteres Treffen ist für Februar geplant.

Die Eisbachwelle hatte sich nach Reinigungsarbeiten im Oktober nicht mehr wie gewohnt aufgebaut. Das städtische Baureferat hatte unter anderem Unrat und Sedimente aus dem Bachbett entfernt – mit Folgen für die Wasserströmung.

Um das Surfen zu ermöglichen, hatten Aktive über Weihnachten eine nicht genehmigte Rampe eingesetzt. Die Feuerwehr entfernte diese kurz darauf wieder. Der Vorfall sorgte für Verstimmung zwischen Stadt und Surfern.

Bereits im April war eine Surferin an der Eisbachwelle schwer verunglückt. Die Fangleine ihres Boards hatte sich unter Wasser verfangen, die Frau konnte sich nicht mehr befreien und starb später im Krankenhaus. Nach dem Unfall war die Welle zunächst gesperrt worden. Eine spätere Freigabe erfolgte unter strengen Auflagen – bis die Welle nach der regulären Bachauskehr schließlich ganz verschwand.

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