Rüstungsschmiede vor Börsenstart

Einstieg bei KNDS: Deutschland und Frankreich einig

20.05.2026 – 20:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) in einem Schützenpanzer vom Typ Boxer: Auch dieses Kampffahrzeug produziert KNDS. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen)

KNDS baut den Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Nun ist die Zukunft des europäischen Rüstungskonzerns wohl geklärt.

Deutschland und Frankreich haben sich deutschen Regierungskreisen zufolge über den Einfluss der Länder auf den Rüstungskonzern KNDS verständigt. Deutschland wolle beim geplanten Börsengang des Panzerbauers einen Anteil von 40 Prozent erwerben, sagte ein deutscher Regierungsvertreter am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters. Der Anteil solle möglichst innerhalb von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent sinken, Frankreich wolle dann parallel ebenfalls reduzieren.

Vereinbart sei aber, dass die Stimmrechte zwischen Frankreich und Deutschland unabhängig vom Anteilsbesitz gleich verteilt sein müssten. Wichtige Entscheidungen zu Arbeitsplätzen oder Standorten könnten also nur gemeinsam getroffen werden. Der Preis für den Einstieg werde sich am Wert der Anteilsscheine beim Börsengang richten. Einen Paket-Abschlag oder -Zuschlag werde es nicht geben. KNDS produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000.

Wirtschaftsministerium soll Einstieg bei KNDS leiten

Derzeit halten die Familien Bode und Braunbehrens die Hälfte an KNDS, Frankreich die andere Hälfte. Die Familien hatten die ehemalige, in KNDS aufgegangene Rüstungsschmiede Krauss-Maffei Wegmann in mageren Zeiten gestützt. Sie wollen jetzt einen milliardenschweren Börsengang zum Ausstieg nutzen. Deutschland hatte frühzeitig Interesse bekundet, direkt Einfluss auf das Unternehmen zu nehmen. In der Regierung gab
es aber Differenzen über die Höhe eines Einstiegs. Zudem sollte das Gleichgewicht mit Frankreich gesichert sein.

Bei einem Börsengang könnte neben den Familien auch Frankreich einen Anteil verkaufen. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, KNDS könnte dabei mit bis zu 20 Milliarden Euro bewertet werden. Die Federführung beim Einstieg des deutschen Staates soll das Wirtschaftsministerium bekommen. Es solle sich aber mit dem Verteidigungsressort abstimmen müssen, sagte der Regierungsvertreter. Die beiden Ressort hatten lange über Höhe und Form eines Einstiegs bei KNDS gerungen.

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