Einschränkungen in Kitas und Schulen erwartet

Warnstreik im öffentlichen Dienst

Berlin erwartet Einschränkungen in Kitas und Schulen

17.12.2025 – 12:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Vor dem Berliner Abgeordnetenhaus hielten Gewerkschaften schon häufiger Kundgebungen ab (Archivbild): Am Donnerstag kommt es erneut zu einem Streik. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)

Gewerkschaften rufen zu einem ganztägigen Warnstreik in der Hauptstadt auf. Eltern müssen sich auf Betreuungsengpässe einstellen.

Die Gewerkschaften haben für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst Berlins aufgerufen. Betroffen sind Kitas, Schulen und Bürgerämter in der Hauptstadt. Der Ausstand soll den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder erhöhen.

An Schulen werden voraussichtlich einzelne Unterrichtsstunden ausfallen. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sagt: „Wir gehen nicht davon aus, dass Schulen komplett schließen.“ Sie verweist auf den hohen Anteil verbeamteter Lehrkräfte, die nicht streiken dürfen. Manche Schulen könnten den Unterricht früher beenden.

Größere Einschränkungen erwarten die Gewerkschaften bei den landeseigenen Kitas. Diese machen etwa ein Zehntel aller Kindertagesstätten in Berlin aus. Die GEW-Sprecherin warnt: „Einzelne Einrichtungen könnten ganz schließen.“ In etlichen Stadtteilen haben Eltern Netzwerke zur Kinderbetreuung gebildet.

Neben Verdi und GEW beteiligen sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und IG Bau am Protesttag. Sie planen eine Kundgebung vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Dort berät und beschließt das Parlament am Donnerstag den Landeshaushalt 2026/2027.

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt diese Forderung als zu hoch ab. Ein Angebot der Arbeitgeber liegt bislang nicht vor.

Andrea Kühnemann, Verdi-Landesbezirksleiterin, erklärt: „Die Preiserhöhungen der letzten Jahre sind nicht wieder verschwunden. Es gibt immer noch einen Nachholbedarf für die Beschäftigten.“ Sie kritisiert zudem „massive Kürzungen in der sozialen Infrastruktur“ im neuen Berliner Landeshaushalt.

Kühnemann schlägt vor, die Grunderwerbsteuer und die Gewerbesteuer in Berlin zu erhöhen. Sie argumentiert: „Wir haben kein Ausgabenproblem, sondern ein Einnahmeproblem.“

Im öffentlichen Dienst Berlins arbeiten laut Statistikamt 231.000 Menschen (Stand Mitte 2024). Darunter sind 68.000 Beamte, die nicht streiken dürfen. Berlin überträgt üblicherweise den Tarifabschluss für die Landesangestellten auf die Beamten. Die nächste Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt ist für Januar geplant.

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