Aktualisiert am 26.03.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Alexander Kluge: Als TV-Unternehmer und Gesellschaftskritiker hatte sein Wort in Debatten Gewicht. (Quelle: imago/teutopress)

Er galt als einflussreicher Autor, Produzent und Intellektueller: Alexander Kluge. Jetzt ist er im Alter von 94 Jahren gestorben.

Alexander Kluge ist tot. Der Filmproduzent und Schriftsteller ist am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München verstorben. Dies teilte der Suhrkamp Verlag am Donnerstag unter Berufung auf die Familie mit. Die Meldung kommt auch insofern überraschend, als Kluge gerade erst über den Tod seines langjährigen Freundes Jürgen Habermas gesprochen hatte.

In einem Interview, das die „Zeit“ am 16. März veröffentlichte, bedauerte er das Ableben von Habermas und berichtete, dass dieser „noch im Dezember Pläne gemacht“ habe. Nur wenige Wochen später ist Alexander Kluge selbst tot.

Alexander Kluge wuchs in Halberstadt auf und erlebte dort als 13-Jähriger das Ende des Zweiten Weltkriegs hautnah. Nur knapp entging er dem Tod durch einen Bombenangriff. Im Jahr 2020 schilderte er diesen Moment im Interview mit t-online so: „Dieser Bombeneinschlag war real und wir hatten Glück – nur zehn Meter von uns schlug eine Sprengbombe ein. Hätte der Wind nur ein wenig anders geweht, dann wären mein Vater, meine Schwester und ich gestorben. Das gibt schon zu denken.“

Kluge machte sich in den Sechzigern einen Namen. So gehörte er zum Kreis um die Gruppe 47 und war ein Vertreter des Neuen Deutschen Films. Als Autor publizierte er viele philosophische und kulturtheoretische Texte, galt als prägender Intellektueller seiner Zeit. Ende der Achtzigerjahre gründete er dann die Produktionsfirma dctp und schaffte es so, in Zeiten des aufkommenden Privatfernsehens Bedeutung zu erlangen. Er verantwortete Kultursendungen für RTL und Sat.1.

Dabei war der promovierte Jurist ein Quereinsteiger im Film- und TV-Geschäft. Ende der Fünfziger verhalf ihm ein gewisser Theodor W. Adorno zu einem Filmpraktikum bei Regisseur Fritz Lang.

Kluge nutzte seine Chance und produzierte anschließend Filme wie „Brutalität in Stein“ (1961) oder „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ (1985). Besonders in Erinnerung bleibt seine Produktion „Deutschland im Herbst“ aus dem Jahr 1978, für die er mit Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und Edgar Reitz zusammengearbeitet hatte.

Sein Werk erhielt zahlreiche Auszeichnungen. So erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, den Bambi oder den Goldenen Löwen in Venedig. Seit 2025 war er Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern.

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