Einfacher Bluttest für zu Hause erkennt Alzheimer präzise

Nicholas Ashton, Studienleiter und Direktor des Banner’s Fluid Biomarker Program, erklärt in einer Mitteilung: „Dieser Durchbruch könnte die Art, wie wir Alzheimer erforschen, grundlegend verändern. Denn er beweist, dass die gleichen Biomarker, die Ärzte verwenden, auch durch einen einfachen Fingerstich zu Hause oder in abgelegeneren Gemeinden gemessen werden können.“

Damit sei ein wichtiger Schritt getan, um Menschen mit Alzheimer besser zu behandeln, bevor Symptome auftreten, erklärt er weiter. Denn je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf mit Medikamenten oder Lebensstiländerungen beeinflussen.

Auch für die Forschung sei der Test ein wichtiger Meilenstein, denn er vereinfacht die Teilnahme an Alzheimer-Forschungsprojekten auch in abgelegenen Gegenden und bei bisher unterrepräsentierten Menschen.

Anne Corbett, Demenzforscherin an der University of Exeter, schreibt: „Wir bewegen uns auf eine Zukunft zu, in der jeder Mensch, überall, dazu beitragen kann, unser Verständnis von Hirnerkrankungen zu erweitern. Dies ist nicht nur ein technischer Fortschritt – es ist ein Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie wir neurowissenschaftliche Forschung betreiben.“

Doch damit nicht genug. Denn die Methode bietet nach Angaben der Studienautoren auch vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten in der Forschung jenseits von Alzheimer, beispielsweise bei Studien zu Parkinson, Multipler Sklerose (MS), Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Hirnverletzungen. Denn das nachweisbare NfL sei auch für diese neurodegenerativen Erkrankungen ein wichtiger Biomarker.

Aktie.
Die mobile Version verlassen