
Real Madrid und Xabi Alonso gehen schon wieder getrennte Wege. Es ist der erste Rückschlag in Alonsos Trainerkarriere und dann auch noch unverschuldet.
Das war es also. Nach etwas mehr als einem halben Jahr ist für Xabi Alonso bei Real Madrid als Trainer schon wieder Schluss. Offiziell in „gegenseitigem Einvernehmen“, wohl aber eher gefeuert, weil es dem Präsidenten des Klubs, Florentino Pérez, alles nicht schnell genug ging, er die sportlichen Ziele nach nur wenigen Monaten in Gefahr sah. Ein völlig unerwartetes Ende. Und ein nicht nachvollziehbares zudem.
Bis zum letzten Sommer hatte Alonso sehr erfolgreich Bayer Leverkusen trainiert, dem Klub sogar die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte beschert. Die besten und größten Klubs des Globus, auch der FC Bayern, hatten Alonso auf ihrem Zettel, wollten ihn unbedingt verpflichten. Er galt als die heißeste Aktie auf dem Trainermarkt. Den Zuschlag bekam am Ende Real Madrid.
Eine Entscheidung aus alter Verbundenheit. Als Spieler hatte er mit den „Königlichen“ alle wichtigen Titel gewonnen, galt als das Gehirn der Mannschaft und schon damals als jemand, der Real in der Zukunft trainieren würde. Dass das dann so krachend scheitern würde, das hat sich wohl niemand auch nur im Entferntesten vorstellen können.
Dabei lief es zu Beginn dieser Saison ausgezeichnet: 13 Siege in den ersten 14 Pflichtspielen. Es war der beste Saisonstart, den die Königlichen jemals hatten. Danach folgten einige sportliche Schwankungen, Berichte über Unstimmigkeiten zwischen Alonso und seinen größten Stars machten die Runde. Doch in den wichtigsten Wettbewerben, Meisterschaft und Champions League, ist Real trotzdem weiter voll im Rennen im Kampf um die Titel.
Trotzdem hat Alonso die Rechnung am Ende wohl ohne einige seiner Stars gemacht, die sich hinter seinem Rücken beschwert und mit einem Wechsel gedroht haben sollen. Und auch ohne Florentino Pérez. Mit ihm führt ein Exzentriker den Verein. Ein Milliardär, der viel Geld in Real Madrid steckt und deswegen auch hohe Erwartungen an alle seine Untergebenen hat – und zugleich eben auch keine Geduld. Das hat er spätestens jetzt, einen Tag nach der bitteren Niederlage gegen den FC Barcelona im Finale des spanischen Supercups, mit der Entlassung von Alonso einmal mehr bewiesen.
Es hätte eine Liebesgeschichte werden sollen. Alonso, Real und viele Titel – Fußballromantik pur. Was es am Ende wurde, ist ein Abklatsch einer immer wiederkehrenden Geschichte in der Fußballwelt: neuer Trainer, wenig Zeit, keine Geduld – und das krachende Aus.