Ab 2027

Finanzministerium plant neue Steuerregeln für Bitcoin


Aktualisiert am 08.09.2026 – 18:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Bitcoin-Münze (KI-Symbolbild): Ab 2027 könnten Kryptogewinne unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig sein.

Das Finanzministerium will die Regeln für Kryptogewinne ändern. Doch die Reform ist alles andere als unumstritten.

Die Gerüchteküche brodelte schon länger, doch nun scheint es konkret zu werden: Laut einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums soll die Besteuerung von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum reformiert werden. Darüber berichtet die „Welt“.

Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten könnten künftig unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig werden. Die einjährige Steuerfreiheit nach Kaufzeitpunkt könnte damit Geschichte sein. Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger? Und welche Argumente sprechen für oder gegen die Reform?

So war die Besteuerung bisher

Bislang blieben Gewinne aus Kryptowährungen nach einer Haltefrist von zwölf Monaten komplett steuerfrei. Rechtlich wurden sie als private Veräußerungsgeschäfte gemäß § 23 EStG eingestuft – ähnlich wie bei Gold, Kunstwerken oder Oldtimern.

Geht es nach Finanzminister Lars Klingbeil, soll künftig auch beim Verkauf von Kryptowerten die Abgeltungsteuer gelten. Diese beträgt pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Damit würde der Sonderstatus entfallen, der Kryptowährungen bislang von Aktien und Fondsanteilen unterschied.

  • Meldepflicht: Diese Krypto-Daten landen künftig beim Finanzamt
  • Private Veräußerungsgeschäfte: Müssen Bitcoin-Gewinne versteuert werden?

Die Reform befindet sich laut dem Bericht der „Welt“ in der sogenannten Frühkoordinierung innerhalb der Bundesregierung. Änderungen im Gesetzgebungsverfahren sind damit noch möglich. Das Vorhaben sei Teil der Haushaltsplanung für 2027, doch das parlamentarische Verfahren im Bundestag und Bundesrat stehe noch aus.

Kritik und Befürworter: Ein umstrittener Schritt

Die geplanten Änderungen stoßen auf gemischte Reaktionen. Der Bitcoin-Bundesverband sieht die Entwicklungen kritisch. Er verweist darauf, dass der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD das Versprechen enthält, Steuern, Abgaben und Energiepreise zu senken: „Wenn nun ausgerechnet bei Bitcoin und Kryptowährungen eine neue fiskalische Belastung vorbereitet wird, liegt der politische Kniff auf der Hand: Die Maßnahme soll nicht als klassische Steuererhöhung erscheinen, sondern als Akt der Steuergerechtigkeit, der Bekämpfung von Steuerkriminalität.“

Joshua Krüger von der Schweizer Kryptohandelsplattform DFX hingegen sieht die Reform positiv. Er bezeichnet die Steuerfreiheit nach einer Haltedauer von zwölf Monaten als „international eher untypischen Sonderweg“. Aus Marktsicht sei dieser Schritt überfällig. Die aktuelle Regelung führe nicht nur zu steuerlichen Verzerrungen, sondern auch zu erheblicher operativer Komplexität. Haltefristen, individuelle Steuersätze und umfangreiche Dokumentationspflichten erzeugten administrativen Aufwand und minderten die Transparenz.

Eine Gleichstellung mit traditionellen Finanzinstrumenten würde Krüger zufolge die steuerliche Behandlung und Reporting-Strukturen deutlich vereinfachen, die Planungssicherheit für Investoren erhöhen und zugleich die institutionelle Anschlussfähigkeit verbessern, da etablierte Steuerlogiken Anwendung finden.

Share.
Die mobile Version verlassen