„Keine gute Idee, mich zu outen“
Ex-Profi spricht über seine Homosexualität
18.03.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Er ist kein Mann der großen Worte, dennoch geht Ex-Norwich-Spieler Tony Powell nun an die Öffentlichkeit, um seine emotionale Geschichte zu teilen.
Der ehemalige Profifußballer Tony Powell hat in einem Interview über seine Homosexualität gesprochen. Powell, der von 1968 bis 1974 bei Bournemouth und im Anschluss bis 1981 bei Norwich City spielte, sagte gegenüber dem englischen „Guardian“: „Ich wollte einfach nur ich selbst sein, aber damals war es keine gute Idee, mich zu outen.“
Powell erklärte, dass er sich manchmal einsam gefühlt habe: „Es fühlte sich an, als gäbe es niemanden, mit dem man reden konnte. Es war schwierig.“ Deshalb fasste der 78-Jährige Anfang der 1980er-Jahre den Entschluss, in die USA zu reisen und dort seine Karriere fortzuführen. Mit damals 34 Jahren hinterließ er zwei Töchter und seine Frau in Großbritannien.
Aus Angst davor, dass seine Familie ihn wegen seiner Sexualität verstoßen würde, brach er den Kontakt gänzlich ab. Doch auch in den USA war es für Powell nicht einfacher. „Es wird einfach nicht akzeptiert. Man kann nicht Profifußballer und schwul sein“, erklärte er dem „Guardian“ und führte aus, dass es traurig sei, „dass jemand nicht er selbst sein kann“.
Nach seiner Karriere blieb Powell in den USA, zog nach West Hollywood und war dort 25 Jahre lang Manager des „Holloway Motel“. Bevor das Motel geräumt und Obdachlosen als Unterkunft diente, war er der letzte Bewohner.
Als zwei Filmemacher über den Motel-Manager Powell einen Kurzfilm drehen wollten, kam das ganze Schicksal Powells ans Licht, im Anschluss entstand der Dokumentarfilm „Der letzte Gast im Holloway Motel“. Im Rahmen der Dreharbeiten kam es für Powell zumindest auf familiärer Ebene zum Happy End: Er traf seine beiden Schwestern und seinen Bruder, die sogar alle drei bei der Wiedervereinigung gefilmt wurden.
Auch seine beiden Töchter sah er wieder. „Es war gut“, schilderte Powell knapp und fügte an: „Sie haben es akzeptiert, und unsere Liebe zueinander war trotz allem, was sie durchgemacht hatten, noch da.“
