
KBA-Zahlen enthüllen die Wahrheit
Der neue E-Auto-Boom: Eine gefährliche Täuschung
Aktualisiert am 04.02.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 1 Min.
Die nackten Zahlen verheißen einen Triumph: Fast jeder vierte Neuwagen ist ein Elektroauto. Aber die Statistik trügt. Experten warnen vor einer gefährlichen Bremse.
Auf den ersten Blick ist es eine glänzende Bilanz: Knapp 42.700 reine Elektroautos wurden im Januar neu zugelassen. Das ist ein sattes Plus von fast 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit ist heute fast jeder vierte Neuwagen (22 Prozent) ein Stromer.
Doch das vermeintliche Rekordhoch ist eine statistische Täuschung. Der hohe Anteil des Elektroautos liegt vor allem an der schwachen Entwicklung des Gesamtmarkts, sagt Constantin Gall vom Beratungsunternehmen EY.
Die nackte Wahrheit: Der gesamte Neuwagenmarkt schwächelt massiv. Mit nur 193.981 Neuzulassungen liegt er im Januar um satte 6,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wenn weniger Autos verkauft werden, treiben stabile Elektro-Verkäufe den prozentualen Anteil künstlich nach oben. Ein echter Boom sieht anders aus.
Dass die Begeisterung der Käufer derzeit eher schwindet, zeigt der direkte Vergleich: Im Dezember 2025 lag das E-Auto-Wachstum noch bei 63 Prozent. Im Januar hat sich dieser Zuwachs mehr als halbiert.
Daran ändert auch die neue Elektroförderung des Bundes bislang nichts. Im Gegenteil: Die vorherrschende Unklarheit lässt viele potenzielle Kunden zögern, sagt Gall. So mancher Käufer ist zudem skeptisch, ob die staatliche Förderung überhaupt bei ihm ankommt. Und zwar aus gutem Grund.
Ein weiteres Warnsignal für die Branche: Das Geschäft wird fast ausschließlich durch Firmen getragen. Knapp 70 Prozent aller Neuzulassungen waren gewerbliche Fahrzeuge. Private Käufer halten angesichts der unklaren Förderlage und der wirtschaftlichen Lage ihr Geld zusammen.