Windchaos am Holmenkollen

Deshalb verweigerte DSV-Star Raimund seinen Sprung

Aktualisiert am 16.03.2026 – 12:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Philipp Raimund: Er trat am Holmenkollen spontan nicht an. (Quelle: Petri Korteniemi/imago-images-bilder)

Wegen turbulenter Windbedingungen verzichtete Philipp Raimund am Holmenkollen auf einen Sprung. Jetzt erklärt er, was ihn dazu bewegt hat.

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund hat beim Weltcup am Holmenkollen aufgrund der stürmischen Wetterlage auf einen Sprung verzichtet. Nun hat er erklärt, was ihn in diesem Moment bewogen hat – und dabei seine Freundin und Familie in den Mittelpunkt gestellt.

Raimund sagte dem norwegischen Rundfunk NRK: „Ich dachte an meine Freundin.“ Er ergänzte: „Mein erster Gedanke war: Was würde sie dazu sagen? Mir kam sofort in den Sinn, dass sie immer sagt, das Wichtigste sei meine Sicherheit und eine sichere Landung, egal bei welchem Wetter.“ Auch der Rest seiner Familie habe eine Rolle gespielt. „Es gibt viele Menschen, die mich gerne wieder zu Hause haben“, sagte er.

Unmittelbar zuvor hatte Raimund beobachtet, wie sein Teamkollege Felix Hoffmann wild durch die Luft trudelte und nur mit Mühe unversehrt landete. „Ich springe nicht. Den Scheiß mache ich nicht mit“, hatte Raimund daraufhin gesagt. Der Weltcup wurde nach einem Durchgang abgebrochen.

Bei der Konkurrenz stieß Raimunds Schritt auf Anerkennung. Der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal sagte: „Das zeigt, dass er ständig Risikobewertungen vornimmt. Niemand verzichtet gerne auf ein Weltcupspringen, das zeugt von Reife.“ Und weiter: „Wenn du dich nicht ganz wohl fühlst, solltest du auch nicht springen.“

Renndirektor Sandro Pertile äußerte sich ebenfalls respektvoll: „Wir drängen niemals einen Athleten zu springen, das ist einzig und allein ihre Entscheidung. Wenn er sich nicht wohl gefühlt hat, hat er die richtige Entscheidung getroffen.“ Die Entscheidung der Jury, den ersten Durchgang durchzuziehen, verteidigte Pertile mit den Worten: „Wir sind ohne Sturz durchgekommen, was für uns immer das Wichtigste ist.“

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