Wer steckt hinter Vorfall in Leipzig?

Sprengstoffdrohne: US-Dienste haben wohl Verdacht


Aktualisiert am 08.08.2026 – 12:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Kriminaltechniker der Polizei (hinten) sind in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine vom Typ Antonow AN-124 auf dem Flughafen Leipzig/Halle im Einsatz (Archivbild): Wer steckt hinter dem Drohnenvorfall? (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

US-Geheimdienste sehen Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle gerät Russland immer mehr in den Verdacht. US-Geheimdienste sind zu dem Schluss gekommen, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter dem Vorfall steckt. Das berichtet zumindest das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte, die mit Berichten der Geheimdienste vertraut seien.

Die russische Botschaft in Berlin weist die Schuld an dem Vorfall zurück. Die Vertretung spricht von einer gegen Moskau gerichteten „Provokation“ Kiews, um anti-russische Hysterien in Deutschland zu schüren. Ziel der Ukraine und der europäischen Militaristen sei es, die Gesellschaft auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

CDU-Experte: „Russland spielt Spiel ohne Regeln“

Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), hält diese Äußerung Russlands für nicht glaubwürdig. „Die Glaubwürdigkeit hat Russland schon lange verspielt, wenn man in die Ukraine blickt, wo ja vor völkerrechtswidrigen Angriffen man kaum mehr hinterherkommt“, sagte er im ZDF-„heute journal update“. „Und dass Russland da ein Spiel ohne Regeln spielt, das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis.“

Bereits am Freitag hatte das „Wall Street Journal“ außerdem unter Berufung auf US-Dienste berichtet, dass der russische Staatschef Wladimir Putin die Verteidigungsbereitschaft der Nato mit einer gezielten Provokation testen könnte. Von einem „begrenzten Vorstoß“ schrieb das Blatt.

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Henrichmann sagte mit Blick auf Putin: „Da ist jemand, der in der Ukraine sich festgefahren hat.“ Der russische Angriffskrieg stocke. „Und es ist schon lange prognostiziert, dass dann Ausweichbewegungen in Richtung Westen, in Richtung Nato, in Richtung EU erfolgen werden.“ Das geschehe jetzt. „Wir müssen wehrhaft sein und Russland da auch in die Schranken weisen“, sagte Henrichmann.

Dobrindt sprach von „fremden Mächten“

Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.

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