Brandanschläge mit der Post?
Drei mutmaßliche Agenten Russlands vor Gericht
Aktualisiert am 17.03.2026 – 12:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Sabotage per Paket: Drei Männer sollen Anschläge auf den Gütertransport vorbereitet haben – im Auftrag des russischen Geheimdienstes. In Stuttgart beginnt ein brisanter Prozess.
Brandpakete, die Lastwagen in Flammen setzen, Lagerhallen in Brand stecken und dabei Verwüstung und Tod hinterlassen sollen: In Stuttgart stehen drei Männer vor Gericht, weil sie als mutmaßliche Agenten Sabotageakte vorbereitet und sich zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Geheimdienstes verabredet haben sollen. Die Beschuldigten – 22, 25 und 30 Jahre alt – stammen aus der Ukraine. Sie wurden im Mai 2025 in Köln, Konstanz sowie im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen sie bereit gewesen sein, im Auftrag des russischen Nachrichtendienstes gezielt Anschläge auf den Güterverkehr in Deutschland zu begehen. Im März 2025 hätten sie über einen ukrainischen Postdienstleister zwei scheinbar harmlose Pakete mit Autoersatzteilen Richtung Ukraine verschickt – tatsächlich ausgestattet mit aktivierten GPS-Trackern. Diese Testsendungen sollten laut Anklage dazu dienen, Transportwege und logistische Abläufe des Paketdienstes auszuspionieren.
In einem nächsten Schritt, so der Vorwurf, hätten die Männer Pakete mit Brandsätzen auf den Weg bringen sollen. Diese hätten sich dann „in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine“ entzünden und möglichst großen Schaden verursachen sollen, so die Bundesanwaltschaft.
Der Anwalt des 25-jährigen Mannes, der die Pakete in Köln aufgab, wies die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft am ersten Prozesstag in einer Erklärung zurück. Es gebe keine Beweise, dass sein Mandant von Sabotageplänen gewusst habe.
Die Anwälte der anderen beiden Männer äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Auch die drei Angeklagten selbst machten zum Prozessauftakt keine Angaben zur Sache.
