Die Wahrheit scheint zu sein: Trump muss Hollywood nicht fürchten. Er hat der Traumfabrik ganz offen und augenscheinlich sehr erfolgreich Daumenschrauben angelegt. Seine Unterstützer Jeff Bezos (Amazon) und David Ellison (Paramount und künftig Warner Brothers) kontrollieren einige der dicksten Budgets in der Entertainment-Branche, mehrere wichtige TV-Stationen und Streamingdienste. Wer künftig in Hollywood noch für die wichtigsten Rollen ins Gespräch kommen will, tut möglicherweise gut daran, Trump und seiner Milliardärs-Clique nicht allzu offen die Stirn zu bieten.

Hinzu kommt: So sehr sich vielleicht manche in Europa ein Hollywood wünschen, das sich prominent und deutlich gegen den US-Präsidenten stellt, eine große Mehrheit der US-Bevölkerung sieht das ganz anders. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelte 2024, dass nur 11 Prozent der Amerikaner jemals eine ihrer politischen Überzeugungen infrage gestellt haben, weil ein Prominenter sich dazu politisch geäußert hat. 51 Prozent der Befragten bejahten dagegen, dass sie Prominente mit einer expliziten politischen Meinung nach der Äußerung kritischer sahen als zuvor.

Bei den Golden Globes 2020 brachte der britische Comedian Ricky Gervais diesen Umstand in einer oft zitierten, häufig gelobten, aber ebenso oft kritisierten Rede auf den Punkt, als er die Preisträger warnte, die Veranstaltung als politische Bühne zu nutzen: „Ihr seid nicht in der Position, um die Öffentlichkeit über irgendetwas zu belehren. Ihr wisst nichts über das echte Leben. Die meisten von Euch haben weniger Zeit in der Schule verbracht als Greta Thunberg.“

Ricky Gervais schloss seinerzeit mit markigen Worten auf der Bühne: „Wenn Ihr gewinnt, kommt hier hoch, nehmt Euren kleinen Preis, dankt Eurem Agenten und Eurem Gott und verzieht Euch wieder“. Das Video wurde bei YouTube viele Millionen Mal geklickt und gilt bis heute als das aufsehenerregendste Statement eines Preisverleihungs-Moderators aller Zeiten.

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