
„Was für ein idiotischer Blödsinn“
Deutsche Diskuswerfer wetten auf Teamkollegen – Strafe
29.01.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Henrik Janssen und Steven Richter wetteten bei der Leichtathletik-WM in Tokio auf ihre eigenen Teamkollegen. Nun wurden die beiden dafür bestraft.
Die deutschen Diskuswerfer Henrik Janssen und Steven Richter sind vom Leichtathletik-Weltverband World Athletics jeweils für drei Monate auf Bewährung gesperrt worden. Das teilte die unabhängige Integritätskommission (AIU) mit. Die beiden Sportler haben demnach bei den Weltmeisterschaften in Tokio im vergangenen Jahr Wetten auf ihre Teamkollegen abgeschlossen.
„Wir haben uns im Precamp im TV gemeinsam die Wettbewerbe in Tokio angeschaut und spontan aus einer Laune heraus ein paar Wetten platziert. Was für ein idiotischer Blödsinn! Diese fünf Minuten bereuen wir extrem“, sagte Janssen laut einer Mitteilung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
Er soll dabei drei Wetten im Gesamtwert von 100 Euro abgeschlossen haben. Bei Richter habe es sich um eine Wette in Höhe von 40 Euro gehandelt. Beide Athleten räumten die Verstöße ein und gaben an, nicht gewusst zu haben, dass solche Wetten verboten sind. Weitere Einsätze hätten sie nach entsprechenden Hinweisen nicht mehr getätigt, allerdings erfolglos versucht, die bereits platzierten Wetten zu stornieren.
Richter erklärte, man habe „blöderweise die Athletenvereinbarung nicht richtig gelesen, das war ganz klar unser Fehler“ und fügte an: „Unser Verhalten war extrem dumm. Wir bereuen diesen Schritt und entschuldigen uns aufrichtig beim gesamten Team.“
Die Integritätskommission wertete diese Umstände sowie den Mangel an Aufklärung über die Wettregeln als strafmildernd. AIU-Chef Brett Clothier sagte: „Die Regeln von World Athletics zu Wetten sollen sicherstellen, dass die Ergebnisse in unserem Sport ausschließlich durch Leistung bestimmt werden.“ Und weiter: „Die AIU verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen gegen die Wettregeln, da diese das Herzstück der Integrität des Sports treffen.“ Die verhängten Strafen seien eine „klare Erinnerung“, dass es in der Leichtathletik keinen Platz für Wettverstöße gebe.
DLV-Vorstand Jörg Bügner erklärte mit Blick auf die Sperre der beiden Deutschen: „Dieser Vorgang trifft uns sehr, auch die beiden Athleten waren am Boden zerstört. In der Euphorie vor der WM haben sie nach eigener Aussage unbedachte Spaßwetten auf andere Disziplinen bei einem Online-Anbieter abgeschlossen.“