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TV-Tipp: Dieser Western ist bei vielen untergegangen
25.06.2026 – 10:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Western-Genre steht für wilde Schusswechsel und rasante Verfolgungsjagden durch endlose Landschaften. „Slow West“ bricht mit diesen Erwartungen.
Der Filmtitel von John Macleans Werk ist Programm: „Slow West“ verzichtet auf reißerische Action und erzählt seine Geschichte in ruhigem Tempo. Zwar greift der schottische Regisseur einige klassische Western-Motive auf, doch mischt er sie mit Coming-of-Age-Elementen und Konsumkritik.
Darum geht es in „Slow West“
Aus Europa nach Amerika: Der junge Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) versucht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, seine Geliebte Rose (Caren Pistorius) und ihren Vater zu finden. Doch die Reise durch das unwegsame und raue Amerika bringt den jungen Europäer an seine Grenzen. Als er auf den mysteriösen Silas (Michael Fassbender) trifft, bietet dieser ihm gegen eine Aufwandsentschädigung seine Hilfe und seinen Schutz an.
Jay misstraut Silas‘ Freundlichkeit, doch er nimmt das Angebot an. Alleine wäre er in der unbarmherzigen Gegend verloren. Schnell zeigt sich, dass noch weitere Personen das gleiche Ziel verfolgen und Rose schnellstmöglich aufspüren wollen. Auch Silas verfolgt seinen eigenen Plan, bei dem Jay nur Mittel zum Zweck ist.
So sehenswert ist „Slow West“
Der ungewöhnliche Western von John Maclean überzeugte auf den internationalen Festivals. 21 Nominierungen und sieben Auszeichnungen gab es für den Film. Unter anderem zeichneten ihn die Jurys auf dem Sundance Film Festival oder dem Sitges Film Festival aus.
Das Bewertungsportal „Rotten Tomatoes“ untermauert die Begeisterung für den ungewöhnlichen Film. 92 Prozent vergibt die internationale Kritik und wird von 74 Prozent des Publikums in dieser Meinung unterstützt. Mit 6,9 von 10 Sternen lautet das Urteil der Filmdatenbank „IMDb“.
Der Film läuft am Samstag, 27. Juni 2026, um 20.15 Uhr auf Tele5. Wer den Western verpasst, kann ihn alternativ bei Apple TV leihen oder kaufen.
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Mehr Gegenwart statt Wildem Westen
Zwar ist das Setting zwischen Prärie, Lagerfeuer und Pferden zweifelsohne dem Western zuzuschreiben, doch übt John Maclean gleichzeitig Konsumkritik. Wie das Magazin „Spiegel“ in seiner Filmbesprechung schreibt, zeigt der Regisseur die „brutal-kapitalistische Erfolgslosung Amerikas“. Alles, was Geld bringt, wird die Menschen antreiben. Selbst, wenn es Kopfgeld ist.
Weiter lobt das Magazin die Ehrlichkeit des Drehbuches, die wenig von der romantischen Vorstellung von Sonnenuntergängen oder bezaubernden Panoramen übrig lässt: „Viele europäische Einwanderer kamen, um ihr Glück zu finden; die meisten litten unter bitterer Armut und wurden wunderlich, verrückt, kriminell. Oder sie starben einfach, durch Pech und Kugeln, die damals wie heute sehr locker in den Pistolen saßen.“ Damit spiegelt Maclean Probleme wider, die in der Gegenwart weiterhin relevant sind.
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