Betrugsmasche

Diesen Buchstabentrick sollte jeder kennen


12.10.2026 – 14:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Person tippt mit den Fingern auf einer beleuchteten Laptop-Tastatur (Archivbild): Der Senat hat sich zum Hackerangriff geäußert.

Eine Person tippt mit den Fingern auf einer beleuchteten Laptop-Tastatur (Archivbild): Wer einen Link erhält, sollte diesen nicht ungeprüft öffnen. (Quelle: dpa/Philip Dulian)

Die E-Mail wirkt seriös, die Adresse im Link scheint zu stimmen – und trotzdem landen Nutzer auf einer gefälschten Webseite. Dahinter steckt ein Buchstabentrick, den sich Kriminelle zunutze machen.

Sagt Ihnen der Begriff Homoglyph etwas? Dabei handelt es sich um ein Zeichen, das einem anderen sehr ähnlich oder sogar zum Verwechseln ähnlich sieht. Statt des lateinischen „a“ lässt sich beispielsweise das griechische „α“ verwenden.

Dass sich solche Zeichen kaum voneinander unterscheiden lassen, machen sich Betrüger zunutze. IT-Sicherheitsexperten warnen immer wieder vor einer Masche, bei der Kriminelle Internetadressen oder E-Mails erstellen, die sich von denen bekannter Konzerne oder Marken kaum unterscheiden lassen. Fachleute sprechen von Homoglyphen-Attacken oder Domainnamen-Homograph-Angriffen.

Selbst erfahrene Anwender werden getäuscht

Alexander Opel vom IT-Sicherheitsunternehmen Eset sagte t-online: „Bereits der Austausch einzelner Zeichen kann dazu führen, dass selbst erfahrene Nutzer gefälschte Webseiten oder E-Mails für legitim halten.“

Wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ vor wenigen Wochen berichtete, versuchen Betrüger besonders häufig, die Identität des Softwarekonzerns Microsoft nachzuahmen. „Eine Fake-Seite könnte das kyrillische ‚с‘ anstelle des lateinischen ‚c‘ verwenden“, heißt es in dem Bericht.

Beide Zeichen sehen gleich aus, obwohl es sich technisch um unterschiedliche Zeichen handelt. Dadurch kann eine gefälschte Internetadresse auf den ersten Blick wie die echte Microsoft-Adresse wirken.

Dass Kriminelle dabei auf Links statt auf Dateianhänge setzen, hat einen einfachen Grund, sagte Jake Moore, globaler Sicherheitsberater bei Eset, dem „Guardian“. Anhänge können von Sicherheitsprogrammen wie Virenscannern leichter überprüft und abgefangen werden.

Das empfehlen die Fachleute

Wer einen Link erhält, sollte sich einen Moment Zeit nehmen und nicht sofort darauf klicken. „Wenn eine SMS, WhatsApp-Nachricht oder E-Mail dazu auffordert, sich irgendwo anzumelden, ist es entscheidend, die echte Webseite selbst aufzurufen“, sagt Moore.

Man sollte einem Link nicht vertrauen, nur um ein paar Sekunden zu sparen. Das gilt auch für Links in E-Mails: Besser ist es, die bekannte Internetadresse selbst einzutippen, statt auf einen Link zu klicken.

Browser aktualisieren

Außerdem sollte der Browser stets aktuell gehalten werden. Er kann vor verdächtigen Webseiten warnen und erkennt dank regelmäßiger Updates auch neue Methoden der Kriminellen.

Empfohlen wird zudem eine Zwei-Faktor- oder Mehr-Faktor-Authentifizierung. Dabei muss die Identität bei der Anmeldung über mindestens zwei verschiedene Faktoren bestätigt werden.

Wer auf einen Betrugsversuch hereingefallen ist, sollte sofort alle betroffenen Passwörter ändern, die Bank informieren und die zuständige Meldestelle auf den Phishing-Angriff hinweisen.

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