Fallzahlen explodieren

Diesel-Diebe klauen Tausende Liter Sprit


14.04.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Preistafel für Kraftstoffe an einer Tankstelle (Archivbild): Die Preise steigen, die Diebstähle häufen sich. (Quelle: IMAGO/imago)

Zweimal Thüringen, einmal Baden-Württemberg: An nur einem Tag meldet die Polizei mehrere große Diesel-Beutezüge. Machen sich da die steigenden Spritpreise bemerkbar?

Seit dem Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran steigen die Preise für Kraftstoffe. Dies scheint vermehrt Kriminelle zu animieren: Allein am Dienstag haben verschiedene Polizeistellen in Deutschland drei große Diesel-Diebstähle gemeldet.

In Baden-Württemberg pumpten Täter einen frisch vollgetankten Firmenlaster leer. Als ein Mitarbeiter am Morgen in Reutlingen losfahren wollte, war der Tankdeckel aufgebrochen und 600 Liter weg.

In Thüringen meldete die Landespolizeiinspektion Erfurt den Verlust von 900 Litern, gestohlen aus Lastern und Baufahrzeugen. Außerdem wurden in Sonneberg mehrere hundert Liter Diesel aus einem Bagger geklaut.

Auch in anderen Bundesländern kam es in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder zu Diesel-Diebstählen. Über die Osterfeiertage haben Diebe etwa auf zwei Baustellen in Baden-Württemberg insgesamt rund 6.000 Liter Diesel gestohlen. Auf einer Baustelle bei Haldensleben in Sachsen-Anhalt wurden rund 3.500 Liter Diesel von Baufahrzeugen abgezapft.

In Sachsen-Anhalt hat das Landeskriminalamt höhere Fallzahlen bereits statistisch erfasst. Die Zahl der Anzeigen verdreifachte sich im Vergleich zum Vormonat. Und: Nachdem die monatlichen Schäden durch Diesel-Diebstähle in den Monaten Februar und März in den Vorjahren stets zwischen 35.000 und 74.000 Euro schwankten, explodierten sie im März 2026 geradezu auf 189.000 Euro.

Die Thüringer Landespolizeidirektion erklärte unterdessen: „Eine belastbare Prognose für die weitere Entwicklung bleibt von der gesamtwirtschaftlichen Lage sowie von situativen Faktoren abhängig.“ Denn die Entwicklung von Eigentums- und Vermögensdelikten, zu denen Kraftstoffdiebstahl und Tankbetrug zählen, müsse auch im Zusammenhang von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden.

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