Was die Statistik verrät
Diese Namen werden von Banken besonders häufig abgelehnt
17.04.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Entscheidet Ihr Name über Ihre Kreditchancen mit? Ein Blick in die Vergabestatistik von Banken scheint das nahezulegen. Was wirklich dahintersteckt.
Ein Kredit kann vieles möglich machen: eine neue Anschaffung, finanzielle Entlastung in schwierigen Zeiten oder die Umschuldung alter Verbindlichkeiten. Dank digitaler Prozesse lässt sich heute alles bequem online erledigen – schnell, unkompliziert und oft ohne persönlichen Kontakt zur Bank.
Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Selbst mutmaßlich objektive Entscheidungen folgen nicht immer nur klaren Zahlen. Statistisch betrachtet taucht ein überraschender Faktor immer wieder auf: der Name.
Wie viel sagt Ihr Name also wirklich über Ihre Chancen auf einen Kredit aus?
Bei diesen Vornamen scheitern Kreditanfragen besonders oft
Wer Justin oder Leon heißt und einen Kredit aufnehmen möchte, hat es statistisch schwerer: In rund zwei von drei Fällen (67 Prozent) erhalten Antragsteller mit diesen Namen kein Finanzierungsangebot. Unter den Frauen betrifft das besonders häufig Leonie, Celine und Lea – hier liegt die Ablehnungsquote bei 66 Prozent.
Folgende Tabelle zeigt: Der Name Justin scheitert bei den Männern am häufigsten bei der Kreditwürdigkeitsprüfung.
| Vorname | Ø Alter | Kein Angebot | Ø Einkommen |
|---|---|---|---|
| Justin | 23,9 | 67 % | 1.950 € |
| Leon | 23,5 | 67 % | 1.995 € |
| Mohamed | 33,2 | 61 % | 2.386 € |
| Ø Männer | 39,5 | 49 % | 2.635 € |
| Dirk | 51,4 | 34 % | 3.009 € |
| Holger | 54,2 | 33 % | 3.019 € |
| Ralf/Ralph | 54,9 | 32 % | 3.055 € |
Ganz anders sieht es bei Namen wie Ralf oder Katja aus. Hier haben Kreditinteressierte deutlich bessere Chancen auf eine Zusage. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von über einer Million Ratenkreditanfragen durch das Vergleichsportal Verivox, die t-online exklusiv vorliegt.
Folgende Tabelle zeigt: Der Name Leonie scheitert bei den Frauen am häufigsten bei der Kreditwürdigkeitsprüfung.
| Vorname | Ø Alter | Kein Angebot | Ø Einkommen |
|---|---|---|---|
| Leonie | 23,4 | 66 % | 1.780 € |
| Celine | 24,6 | 66 % | 1.828 € |
| Lea | 24,7 | 66 % | 1.822 € |
| Ø Frauen | 40,3 | 56 % | 2.116 € |
| Anke | 52,3 | 46 % | 2.307 € |
| Anne | 37,8 | 45 % | 2.244 € |
| Katja | 42,9 | 44 % | 2.257 € |
Entscheidend ist nicht der Name, sondern die Bonität
So auffällig die Zahlen auch wirken: Banken entscheiden nicht aufgrund eines Namens. „Banken treffen die Entscheidung, ob sie Kreditinteressierten ein Finanzierungsangebot unterbreiten, anhand ihrer internen Bonitätskriterien“, erklärt Oliver Maier, Finanzexperte und Geschäftsführer von Verivox.
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit zuverlässig zurückgezahlt wird. Dafür prüfen Banken vor allem zwei zentrale Faktoren: die Höhe und die Sicherheit des Einkommens.
Hinzu kommen weitere Aspekte wie vorhandenes Vermögen, Immobilienbesitz oder die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder. Diese Faktoren beeinflussen aus Sicht der Bank das Risiko eines Kreditausfalls.
Warum jüngere Kreditnehmer schlechtere Chancen haben
Die auffälligen Unterschiede bei den Vornamen lassen sich vor allem durch einen anderen Faktor erklären: das Alter.
