Diese Symptome sollten Sie kennen

Psychische Verspannungen

Rückenschmerzen durch Stress – so beugen Sie vor


Aktualisiert am 15.01.2026 – 07:49 UhrLesedauer: 3 Min.

Frau mit schmerzendem Nacken: Auch Stress kann Verspannungen begünstigen. (Quelle: Suzi Media Production)

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Stress, Druck und emotionale Überlastung bekommen häufig auch die Muskeln zu spüren: Sie verkrampfen. Schmerzen sind die Folge.

Vor allem der Nackenbereich und der Rücken sind von stressbedingten Verspannungen betroffen. Wer sich dann aber schont und auf Bewegung verzichtet, läuft Gefahr, dass die Beschwerden chronisch werden.

Stress setzt eine Vielzahl verschiedener Stresshormone frei, darunter Adrenalin und Cortisol. Der Körper ist in Alarm- beziehungsweise Reaktionsbereitschaft. Der Herzschlag beschleunigt, die Muskeln spannen sich an, der Atem geht schneller.

Während sich das Nervensystem der Steinzeitmenschen nach Flucht oder Kampf wieder beruhigen konnte, fehlt uns heute im Alltag oft die nötige Regeneration für den Abbau der Stresshormone. Die möglichen Folgen kennen viele: Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen bis hin zu Depressionen.

Nicht nur die Nationale Versorgungsleitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ berücksichtigt die Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungen und Rückenschmerzen. Auch die Berufsverbände für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland betonen, dass das Wechselspiel zwischen Psyche und Körper bei medizinischen Beschwerden immer Berücksichtigung finden sollte.

Demnach sind Menschen dauerhaft Stressfaktoren und psychischen Belastungen ausgesetzt, ohne adäquat darauf zu reagieren, kann sich dies in körperlichen Symptomen äußern. So bedingen sich etwa Depressionen und Rückenleiden oft gegenseitig.

Schmerzen in Nacken und Rücken sind meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Einflüsse bedingt: Anhaltende Fehlhaltungen am Arbeitsplatz, Bewegungsmangel, eine geschwächte Muskulatur, Stress in Beruf und Privatleben sowie lange Beschäftigung mit dem Handy – all das sind Faktoren, die ein gesundes Zusammenspiel der Muskeln stören und häufig zu Verspannungen und Schmerzen führen.

Verspannte Muskeln sind zudem schlechter durchblutet – was die Beschwerden meist zusätzlich verstärkt. Ist die Rückenmuskulatur geschwächt, fehlt zudem eine wichtige Stütze für die Wirbelsäule – was ebenfalls Rückenschmerzen fördern und verstärken kann.

Allein die Beschäftigung mit dem Handy ist eine enorme Belastung für die Nackenmuskulatur: Der Kopf wiegt zwischen vier und fünf Kilogramm. Wer ihn nach vorn neigt, erreicht durch die Hebelverhältnisse leicht ein Gewicht von bis zu 20 Kilogramm, das der Nacken halten muss. Das entspricht dem Gewicht eines Getränkekastens.

Gerade im Homeoffice ist es zudem so, dass das Arbeiten am Küchen- oder am Wohnzimmertisch für Rücken und Nacken meist alles andere als ergonomisch ist. Zusätzlicher Stress und innere Anspannung lassen die Muskeln zusätzlich verspannen. Fehlen dann Bewegung und Entspannung für Muskeln und Geist, entstehen Verspannungsschmerzen.

Wer bei Verspannungsschmerzen nicht reagiert, riskiert ein Dauerproblem. Daher raten Fachleute, die Verspannungen durch Bewegung zu lockern und den Stress beziehungsweise die psychische Belastung zu reduzieren, um zu verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden.

Im ersten Schritt empfiehlt sich eine Kombination aus Bewegung, regelmäßiger Muskellockerung und -dehnung sowie das Erlernen von Entspannungstechniken sowohl für die Muskeln als auch für die Psyche. Um Stress abzubauen, sind regelmäßige Pausen und Ich-Zeiten hilfreich. Wer merkt, dass er an seine emotionalen Grenzen kommt, sollte sich nicht scheuen, zusätzlich psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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