Anzeichen erkennen
Nierensteine – das sind die Symptome
Aktualisiert am 25.06.2026 – 14:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Nierensteine können heftige Schmerzen auslösen. Es gibt aber noch andere Anzeichen, etwa Blut im Urin. Bei diesen Symptomen sollten Sie sofort zum Arzt.
Nierensteine rufen nicht immer Beschwerden hervor. Die Betroffenen spüren oft nichts davon, solange die Steine innerhalb des sogenannten Nierenhohlsystems ruhen. Das sind die mit Urin gefüllten Hohlräume im Inneren der Niere, in denen sich der Urin sammelt und in den Harnleiter weitergeleitet wird.
Bemerkbar machen sich Nierensteine in der Regel erst, wenn sie sich aus der Niere lösen und in die Harnwege wandern. Dabei können sie zum Beispiel die Wände des Harnleiters berühren oder – wenn sie scharfkantig sind – Verletzungen in der Schleimhaut verursachen, was sich durch Blut im Urin äußert.
Zudem können die Steine irgendwo stecken bleiben und den Harnfluss behindern. Das führt zu starken Beschwerden, die sich meist recht plötzlich entwickeln.
Mögliche Symptome sind etwa:
- krampfartige, in Wellen auftretende Schmerzen in der Flanke oder im Bauch
- Ausstrahlung der Schmerzen in den Unterbauch, die Leiste oder bei Frauen in die Vulvalippen und bei Männern in die Hoden
- Bewegungsdrang und Ruhelosigkeit
- Blut im Urin
- Übelkeit und Erbrechen
- selten eine vorübergehende Darmträgheit (paralytischer Subileus) als Folge starker Schmerz- und Nervenreize
Bei diesen Beschwerden sollten Betroffene nicht abwarten, sondern möglichst rasch eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen, Fieber oder Schüttelfrost sowie wenn kaum noch oder gar kein Urin mehr ausgeschieden wird oder Erbrechen anhält, ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Sind die Beschwerden sehr stark oder verschlechtert sich der Zustand rasch, sollte im Zweifel der Rettungsdienst verständigt werden.
Das gilt insbesondere bei Fieber. Denn Fieber ist ein Anzeichen für eine Infektion der Harnwege oder Niere. Dazu kann es bei Nierensteinen leicht kommen, wenn diese den Harn am Abfließen hindern.
Eine Harnabflussstörung in Kombination mit einer Infektion gilt als urologischer Notfall und muss rasch behandelt werden. Ansonsten kann sie gefährliche Ausmaße annehmen und eine sogenannte Urosepsis nach sich ziehen. Das ist eine vom Urogenitaltrakt ausgehende Sepsis, die umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt wird.
Wichtig
Die genannten Symptome können auch auf andere Erkrankungen als Nierensteine hindeuten, zum Beispiel auf eine akute Blinddarmentzündung, eine Entzündung der Gallenblase oder gynäkologische beziehungsweise andere urologische Erkrankungen. Auch in diesem Fall ist es wichtig, dass Betroffene schnellstmöglich eine ärztliche Behandlung erhalten.
