Diese strengeren Regeln kommen bei Crashtests

Neue Regelungen

Fünf-Sterne-Crashtests werden womöglich seltener


10.02.2026 – 00:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Crashtest des ADAC: Künftig werden Autos unter neuen Regelungen geprüft. (Quelle: adac)

Ab diesem Jahr müssen Autos für fünf Sterne bei Euro NCAP mehr leisten als bisher. Das Prüfprogramm wird ausgeweitet und orientiert sich stärker an realen Unfallsituationen.

Wer sich beim Autokauf an den Sternen von Euro NCAP orientiert, dürfte künftig genauer hinschauen müssen. Das europäische Verbraucherschutzprogramm verschärft seine Test- und Bewertungsverfahren ab 2026 deutlich. Die Anpassung ist Teil der turnusmäßigen Überprüfung, fällt diesmal jedoch umfangreicher aus als bei früheren Reformen. Zuletzt wurde das System 2009 ähnlich grundlegend überarbeitet.

Neuwagen werden weiterhin in Fahrversuchen und Crashtests geprüft, viele davon beim ADAC in Landsberg und Penzing. Neu ist vor allem die Systematik: Die Bewertung folgt künftig vier Säulen, die sich stärker am tatsächlichen Ablauf im Straßenverkehr orientieren – vom sicheren Fahren über die Unfallvermeidung und den Insassenschutz bis hin zur Rettung nach einem Unfall. Ende 2025 hatten viele Autohersteller noch hohe Bewertungen erreicht.

In der ersten Bewertungssäule geht es um Technologien, die eine sichere Fahrzeugführung ermöglichen sollen. Dazu zählen Assistenzsysteme für Tempo, Abstand und Lenkung ebenso wie Systeme zur Überwachung der Insassen. Bewertet wird unter anderem, ob das Fahrzeug erkennt, wenn der Fahrer unaufmerksam wird oder Kinder im Auto zurückbleiben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedienung. Bestimmte Funktionen sollen weiterhin über physische Tasten oder Knöpfe erreichbar sein. Zudem werden Fahrten abseits definierter Teststrecken durchgeführt. Euro NCAP legt hier mehr Gewicht auf die Zuverlässigkeit der Systeme und darauf, wie gut sie sich im Alltag nutzen lassen.

Laut „Auto Motor und Sport“ werden die Anforderungen in diesem Bereich weiter konkretisiert. Um hohe Punktzahlen zu erreichen, sollen Fahrzeuge demnach kontinuierlich erfassen, wohin der Fahrer blickt und wie er den Kopf bewegt. Diese Informationen sollen wiederum Einfluss darauf haben, wie sensibel Assistenzsysteme eingreifen.

Zusätzlich bewertet Euro NCAP nach Angaben des Magazins Systeme, die Anzeichen von Alkohol- oder Drogeneinfluss erkennen und das Fahrzeug bei ausbleibender Reaktion kontrolliert zum Stillstand bringen können. Neu sei außerdem die Überprüfung, wie genau Tempolimits im realen Straßenverkehr erkannt und angezeigt werden.

In der zweiten Säule stehen Systeme zur Unfallvermeidung im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem automatische Notbremsassistenten und Spurhaltesysteme, die gesetzlich bereits vorgeschrieben sind. Künftig werden diese Systeme jedoch in stärker variierenden Szenarien geprüft. Dazu zählen unterschiedliche Geschwindigkeiten, wechselnde Wetterbedingungen sowie komplexe Verkehrssituationen mit Fußgängern, Radfahrern oder Motorradfahrern.

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