Diese Städte gewähren hohe Zuschüsse

Barrierefrei umbauen

Wo Eigentümer 30.000 Euro bekommen und wo es fast nichts gibt


05.02.2026 – 07:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Älteres Paar im Bad (Symbolbild): Barrierefrei wohnen im Alter? Die Förderung hängt stark vom Wohnort ab. (Quelle: AleksandarNakic/getty-images-bilder)

Tausende Euro Förderung oder gar nichts: Beim barrierefreien Umbau entscheidet der Wohnort über viel Geld. Ein Überblick, was in deutschen Großstädten gilt.

Ein schwellenloser Hauseingang, eine bodengleiche Dusche oder breitere Türen: Barrierefreie Umbauten werden für viele Eigentümer wichtiger, wenn sie möglichst lange im eigenen Haus leben wollen. Doch wer dabei auf staatliche Unterstützung hofft, erlebt in Deutschland ein Förderchaos. Je nach Wohnort können Zuschüsse im fünfstelligen Bereich möglich sein oder es gibt gar kein Geld, sondern nur Kredite.

Eine Auswertung der Vermittlungsplattform Aroundhome zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen deutschen Großstädten sind. Analysiert wurden die Förderprogramme für den barrierefreien Umbau von Einfamilienhäusern in den 20 größten Städten – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Besonders großzügig fällt die Förderung in Frankfurt am Main aus. Eigentümer können dort über das hessische Wohnraumförderprogramm Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten – gedeckelt auf maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit. Eine Einkommensprüfung gibt es nicht. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Pflegegrad oder eine anerkannte Behinderung vorliegt.

Zusätzlich existiert in Frankfurt ein kommunales Modernisierungsprogramm, das einzelne barrierefreie Maßnahmen wie den Badumbau oder Türverbreiterungen mit bis zu 6.500 Euro bezuschusst.

Auch Hamburg gehört zu den Städten mit vergleichsweise hohen Zuschüssen. Über die Investitions- und Förderbank Hamburg sind für selbstgenutzte Einfamilienhäuser Zuschüsse von bis zu 20.000 Euro möglich. Anders als in Frankfurt sind diese allerdings an Einkommensgrenzen gebunden.

In den meisten Großstädten fällt die Unterstützung deutlich geringer aus. Düsseldorf fördert barrierefreie Umbauten mit bis zu 10.000 Euro pro Wohneinheit, begrenzt auf 20 Prozent der anerkannten Kosten – ebenfalls nur nach Einkommensprüfung.

Eine Sonderrolle nimmt Mannheim ein: Dort wird der Abbau von Barrieren im selbstgenutzten Wohnraum unabhängig vom Einkommen gefördert. Der Zuschuss liegt meist bei zehn Prozent der Kosten und kann in Ausnahmefällen auf bis zu 25 Prozent steigen. Damit gehört Mannheim zu den wenigen Städten, die Barrierefreiheit nicht an soziale Bedürftigkeit knüpfen.

Besonders ernüchternd ist die Lage für viele Eigentümer in Nordrhein-Westfalen. In Städten wie Köln, Dortmund, Essen, Bonn und Bielefeld gibt es keine kommunalen Zuschüsse für den barrierefreien Umbau von Einfamilienhäusern.

Stattdessen verweist das Land auf die Programme der NRW.BANK. Diese bieten zwar zinsgünstige Darlehen für Modernisierungen und den Abbau von Barrieren, jedoch keine direkten Zuschüsse. Möglich sind Tilgungsnachlässe von bis zu 50 Prozent, etwa bei Pflegebedürftigkeit oder Schwerbehinderung. Auch dort gilt: Ohne Einkommensprüfung geht nichts.

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