Diese Raab-Szene hat RTL gelöscht

Beitrag über Gil Ofarim

Antisemitismusvorwurf: Diese Raab-Szene hat RTL gelöscht


04.02.2026 – 17:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Stefan Raab: Von Dienstag bis Donnerstag ist er bei RTL in der „Stefan Raab Show – Die halbe Stunde nach der Stunde danach“ zu sehen. (Quelle: RTL)

Ein Clip von Stefan Raab, der RTL in Erklärungsnot brachte, kursiert jetzt wieder in den sozialen Medien – trotz Löschung. Der Fall schlägt mit viel Verzögerung Wellen.

Erst mit rund einer Woche Verzögerung hat ein Clip aus der neuen Dschungelcamp-Show von Stefan Raab Empörung ausgelöst – und dazu geführt, dass RTL den entsprechenden Inhalt aus dem Internet entfernte. Grund sind schwerwiegende Antisemitismus-Vorwürfe, die gegen den satirischen Beitrag erhoben wurden. In der „Stefan Raab Show – Die halbe Stunde nach der Stunde danach“ wurde Gil Ofarim vorgestellt. Im Off-Kommentar des am 27. Januar ausgestrahlten Einspielers der Show wird auf Ofarims jüdische Herkunft referiert.

Darin ist vom „Betrüger-Gen“, das Gil Ofarim von seinem „Onkel Samuel“ geerbt habe, die Rede – und das, obwohl Gil Ofarim gar keinen Onkel mit diesem Namen hat. Die Passage löste Diskussionen aus, die zunächst vereinzelt in Medien aufkamen – und am vergangenen Wochenende immer größere Verbreitung fanden. RTL und Raab wurde vorgeworfen, mit dieser Zuspitzung antisemitische Stereotype zu bedienen.

Auf Nachfrage der „Jüdischen Allgemeinen“ äußerte sich RTL schließlich zu dem Vorgang. Der Sender erklärte, man nehme „die Kritik an dem Einspieler über Gil Ofarim in der ‚Stefan Raab Show‘-Spezialausgabe vom 27. Januar sehr ernst“. Der betreffende Clip sei inzwischen offline genommen worden – sowohl bei YouTube als auch in der hauseigenen Mediathek sei der Beitrag nicht mehr auffindbar.

Doch am Mittwoch verbreitete ihn der Medienjournalist Stefan Niggemeier über seinen X-Account. „Dies ist die (inzwischen von RTL gelöschte) Szene aus der ‚Stefan Raab Show'“, schrieb er zu dem 38-sekündigen Ausschnitt und postete den Beitrag für seine rund 277.000 Follower in dem sozialen Netzwerk.

In einer Rechtfertigung teilte RTL zudem mit, man weise „jede Form von Antisemitismus entschieden zurück“. Da jedoch erkannt worden sei, dass „der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte“, habe man sich zur Löschung entschlossen. Künftig wolle der Sender seine Inhalte „noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen“.

Stefan Raab selbst hat sich zu dem kritisierten Beitrag nicht persönlich geäußert. Der Moderator ist vergangene Woche erstmals mit seinem neuen Dschungelcamp-Format zu später Stunde bei RTL auf Sendung gegangen. Stefan Raab steht seit September 2024 bei RTL unter Vertrag. Er unterzeichnete einen fünfjährigen Vertrag, der ihm und seiner Produktionsfirma kolportierte 90 Millionen Euro einbringt.

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