
Stiftung Warentest
Welche Mittel bei Wechseljahresbeschwerden wirklich helfen
26.01.2026 – 14:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Wechseljahresbeschwerden sind keine Seltenheit. Stiftung Warentest hat untersucht, wie gut hormonelle und nicht-hormonelle Präparate wirklich helfen.
Die Wechseljahre stellen für viele Frauen eine große Belastung dar. Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder mentale Verstimmungen gehören zu den häufigen Begleiterscheinungen. Spezielle Hormonpräparate sowie pflanzliche Mittel aus der Apotheke können Abhilfe schaffen. Die Stiftung Warentest hat insgesamt 57 Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden getestet und bewertet (Ausgabe 2/2026).
Auf der Grundlage aktueller Studien sowie der Einschätzung von Expertinnen und Experten stellen die Warentester fest: Hormonelle Präparate, die rezeptpflichtig sind, eignen sich besser zur Linderung der Symptome als rezeptfreie, pflanzliche Mittel. Beide Varianten bergen jedoch Risiken. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb in jedem Fall unerlässlich.
Zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden gibt es hormonelle Präparate, dazu gehören Östrogen-Monopräparate in Tabletten-, Pflaster-, Spray- oder Gelform, die in Kombination mit einem Gestagen-Präparat angewendet werden können. Darüber hinaus gibt es spezielle Kombinationsmittel, die bereits beide Hormone enthalten.
Das darin enthaltene weibliche Geschlechtshormon Östrogen, dessen Produktion im Körper während der Wechseljahre abnimmt, soll typische Beschwerden lindern. Gestagen schützt Frauen mit Gebärmutter zudem vor unkontrolliertem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.
Laut der Stiftung Warentest können die getesteten hormonellen Präparate gerade Symptome wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche nachweislich lindern. Sie bewertet deshalb alle Hormonpräparate im Test als „geeignet“. Darunter fallen sowohl Mono- als auch Kombipräparate, Medikamente zur oralen Einnahme sowie zur Anwendung auf der Haut.
Dennoch sei es wichtig, mit einem Arzt oder einer Ärztin über mögliche Risiken wie Thrombose oder Brustkrebs, Vorerkrankungen sowie die richtige Dosis zu sprechen. Es sei ebenfalls hilfreich, regelmäßig zu prüfen, ob die Therapie noch notwendig ist, erklärt Olaf Ortmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde der Uni Regensburg am Caritas-Krankenhaus St. Josef.
Auch Östrogen-Mittel zur vaginalen Anwendung bei Scheidentrockenheit sind laut den Testern „geeignet“. Die Anwendung sollte jedoch ebenfalls auf die minimal erforderliche Dauer beschränkt werden, um langfristige Risiken zu verringern.
Pflanzliche Mittel enthalten keine Hormone und sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie können eine Alternative zu hormonellen Präparaten darstellen, bei starken Beschwerden reicht ihre Wirkung jedoch möglicherweise nicht aus, lautet die Einschätzung der Stiftung Warentest. Die Auswertung zeigt zudem, dass bisher wenig über die Risiken bei langfristiger Anwendung bekannt ist. Deshalb raten die Tester davon ab, solche Präparate über mehrere Monate ohne ärztlichen Rat einzunehmen. Insgesamt sind die pflanzlichen Arzneimittel laut den Testern nur „mit Einschränkungen geeignet“.