Tod statt Tierheim
Diese Länder setzen auf Massentötung von Hunden
05.04.2026 – 06:51 UhrLesedauer: 4 Min.
Wer im Urlaub Straßenhunde sieht, ahnt selten, wie unterschiedlich einzelne Länder mit ihnen umgehen. Eine Auswertung zeigt, wo Hunde besonders leiden.
Wer schon einmal Urlaub in Spanien, Griechenland oder der Türkei gemacht hat, kennt sie: die zahlreichen besitzerlosen Hunde und Katzen, die durch die Gassen streunen oder vor dem Ferienhaus um Fressen betteln. Eine aktuelle Untersuchung von Human Word of Animals zeigt, in welchen Urlaubsländern es den Tieren wirklich schlecht geht und wo sie gut aufgehoben sind.
Im Fokus der Untersuchung stand unter anderem der Umgang der Bevölkerung mit den Tieren. Denn nicht selten werden die besitzerlosen Hunde und Katzen vergiftet, erschossen, eingefangen oder lebenslang in mangelhaften Unterkünften eingesperrt.
Die fünf schlechtesten Länder für Straßenhunde
Seitdem ein neues Gesetz 2024 in Kraft getreten ist, geht es Hunden in der Türkei wesentlich schlechter als zuvor. Denn dieses Gesetz schreibt vor, dass vier Millionen Straßenhunde des Landes entfernt und in Tierheime untergebracht werden sollen. Doch hier wartet für die meisten nicht etwa ein Happy End – sondern der Tod. Laut Human World of Animals werden die meisten Tiere in den Tierheimen eingeschläfert.
Ähnlich kritisch sieht es auch in Marroko aus. Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2030 sollen Straßenhunde, wenn möglich, aus dem Stadtbild verschwinden. Dafür finden Tötungsaktionen statt. Laut der Tierschutzorganisation habe das Land wiederholt auf grausame, kurzfristige Tötungen zurückgegriffen, um vor Sportereignissen die Straßen zu „säubern“.
Auch in Ägypten finden regelmäßig Aktionen statt, mit denen kommunale Behörden die Straßen von Hunden „frei räumen“. Das geschieht, indem sie die Tiere vergiften oder erschießen. Ziel ist es, die Straßen frei von tollwütigen Tieren zu bekommen. Einen Lichtblick gibt es jedoch auch: So hat die Regierung einer 180-tägigen Kampagne zugestimmt, in der zahlreiche Tiere bis 2030 kastriert werden sollen.
In diesem Land ist Tollwut ebenfalls ein großes Thema. Um sie zu bekämpfen, setzt das Land auf Massentötungen mit Gift.
Ein Mythos besagt, dass in China Hundefleisch gegessen wird. Laut Human Word of Animals stimmt das auch. Demnach ist China das Land mit dem weltweit größten Hundefleischhandel. Pro Jahr werden etwa zehn Millionen Hunde von der Straße gestohlen, um für den menschlichen Verzehr erschlagen zu werden.
Fünf bessere Länder für Straßenhunde
In Indien hat sich die Situation für Straßenhunde in den vergangenen Jahren verbessert. Viele Kommunen setzen inzwischen auf sogenannte „Fangen-Kastrieren-Freilassen“-Programme. Dabei werden die Tiere gefangen, kastriert und zusätzlich geimpft. Allerdings ist diese Entwicklung nicht unumstritten. Es wird geprüft, ob dieser Ansatz künftig eingeschränkt werden soll. Kritiker befürchten, dass stattdessen wieder vermehrt auf Massenunterbringung unter schlechten Bedingungen gesetzt werden könnte.
Seit einer Verfassungsreform im Jahr 2024 ist der Schutz von Tieren als grundlegender Wert in Mexiko verankert. Dadurch kann die Regierung strengere Gesetze erlassen. Darüber hinaus wird Tierschutzunterricht landesweit in Schulen eingeführt. Zwar gibt es weiterhin Fälle von Vernachlässigung, allerdings kümmern sich viele Menschen um Straßenhunde. Zudem gibt es Impf- und Kastrationsprogramme für die besitzerlosen Hunde.
Die Niederlande haben es als erstes Land geschafft, die Zahl der Straßenhunde auf nahezu null zu reduzieren. Möglich wurde das durch eine langfristig angelegte Strategie. Dazu gehören eine verpflichtende Registrierung und Mikrochip-Kennzeichnung, strenge Gesetze mit hohen Strafen für das Aussetzen von Tieren sowie umfassende Kastrationsprogramme. Auch die Förderung von Adoptionen und Abgaben auf den Kauf von Hunden hat dazu beigetragen, dass Tierheime kaum ausgelastet sind.
