IW-Berechnungen

Diese Steuerzahler zahlen 4.500 Euro mehr durch Klingbeil-Reform


Aktualisiert am 31.03.2026 – 11:16 UhrLesedauer: 2 Min.

SPD-Chef und Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil (SPD): Er will das Ehegattensplitting abschaffen. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die schwarz-rote Koalition will in den kommenden Monaten große Reformen anstoßen. Einen ersten Aufschlag machte Vizekanzler Lars Klingbeil. Was würde seine Steuerreform bedeuten?

Nach dem abgesagten „Herbst der Reformen“ will die Bundesregierung einen neuen Aufschlag wagen: Vergangene Woche kündigte Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) ein großes Reformpaket an, erste Beschlüsse sollen noch im Sommer vorliegen.

Eines der Vorhaben, die Klingbeil vorantreiben möchte, ist die Abschaffung des Ehegattensplittings für neue Ehen. Bestehende Ehen sollen weiterhin vom aktuellen Steuervorteil profitieren. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat am Dienstag berechnet, was das für Steuerzahler bedeuten würde.

Im vergangenen Jahr hätten Haushalte, die den Spilltingvorteil nutzten, 25 Milliarden Euro mehr an Steuern gezahlt, als wenn es kein Ehegattensplitting gegeben hätte. 91 Prozent der Haushalte waren dem IW zufolge Eheleute mit Kindern. Am meisten profitieren Familien mit einem Alleinverdiener.

Diese würde die Neuregelung auch am meisten treffen, so das IW. Bei einem Alleinverdiener, der 100.000 Euro im Jahr verdient, wären ohne Splittingvorteil 4.582 Euro mehr Steuern fällig, als im aktuellen Modell. Doppelverdiener müssten hingegen weniger Mehrbelastung berfürchten, vor allem wenn beide ähnlich viel Geld verdienen.

Das IW ermittelt, dass die Klingbeil-Reform durchaus Anreize zu Mehrarbeit setzen könnte. Schließlich könne die steuerliche Mehrbelastung durch eine höhere Erwerbsarbeit des Zweitverdieners ausgeglichen werden. Zugleich merken die Ökonomen an, dass dies nur gelingen könne, wenn die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung ausgeweitet würden. Schließlich gehen genau aus diesem Grund viele Mütter und Väter nicht oder nur wenig arbeiten.

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