Unerwünschte Wirkung auf den Darm

Diese gängigen Medikamente schädigen die Darmflora


Aktualisiert am 31.03.2026 – 06:16 UhrLesedauer: 4 Min.

Viele Medikamente können problematisch für das Darmmikrobiom sein, insbesondere bei längerfristiger Einnahme. (Quelle: Xavier Lorenzo/getty-images-bilder)

Medikamente können die Darmflora schädigen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Auch geläufige Arzneien können Risiken bergen. Was Sie wissen müssen.

Nicht nur Antibiotika können das Darmmikrobiom schädigen. Auch nichtsteroidale Antirheumatika, Protonenpumpenhemmer sowie Abführmittel gehören zu den Arzneien, die den Darm stark belasten können. Welche Medikamente dem Darm besonders zusetzen.

Das Darmmikrobiom – wichtig für die Gesundheit

Bei jedem Menschen setzt sich das Darmmikrobiom individuell zusammen. Der Darm ist der Teil im menschlichen Körper, der am stärksten von Mikroorganismen besiedelt ist. Etwa ein Kilogramm wiegt das Darmmikrobiom und beherbergt rund 100 Billionen Mikroorganismen – also etwa zehnmal so viel, wie der gesamte Körper Zellen hat. Viele dieser Darmbewohner, darunter verschiedene Bakterien, sind sehr nützlich. Sie übernehmen wichtige Aufgaben bei der Verdauung, bilden wichtige Vitamine und Hormone, sind Teil des Immunsystems und bekämpfen Krankheitserreger. Ein intaktes Mikrobiom ist wichtig für die Gesundheit.

Wenn der Darm das Gleichgewicht verliert

Gerät das Darmmikrobiom aus der Balance, kann das weitreichende Folgen haben. Nicht nur Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung können auftreten. Der Körper kann anfälliger für Infekte und Krankheiten werden. So wird unter anderem ein Zusammenhang zwischen einer ungünstigen Zusammensetzung des Darmmikrobioms und beispielsweise Herz- und Gefäßkrankheiten, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Übergewicht, aber auch Allergien, Autoimmunerkrankungen, Depressionen und Alzheimer diskutiert.

Welche Medikamente die Darmflora schädigen

Es gibt eine Vielzahl von Arzneimitteln, welche die Darmflora schädigen können. Viele davon werden häufig verordnet und eingenommen, etwa:

  • Antibiotika
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen
  • Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol
  • Abführmittel

Wie Antibiotika die Darmflora zerstören

Antibiotika sind aus der Medizin nicht wegzudenken. Sie bekämpfen bakterielle Infektionen, deren Verlauf ohne Behandlung unter Umständen lebensbedrohlich werden kann. Allerdings unterscheiden die Wirkstoffe nicht zwischen gefährlichen und nützlichen Bakterien – sie töten beide. Bis zu einem Drittel der Darmbewohner kann durch Antibiotika zerstört werden.

Ist der Darm gesund, erholt er sich in der Regel nach zwei bis vier Wochen von dem Angriff. Bei kranken oder älteren Menschen und Kindern kann die Erholungsphase jedoch länger dauern. Grundsätzlich gilt: Vor der Gabe von Antibiotika sollte immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Die Einnahme von Probiotika während und nach der Antibiotikatherapie kann helfen, die Darmflora zu stabilisieren.

Das machen Schmerzmittel wie Ibuprofen mit dem Darm

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) gehören zu den häufig eingenommenen Schmerzmitteln. Die Wirkstoffe, darunter Ibuprofen, Naproxen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac, können beispielsweise bei einer längerfristigen Einnahme oder bei zu hoher Dosierung erhebliche Magen-Darm-Beschwerden verursachen, darunter Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Trakt, Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm, Blutungen sowie Durchbrüche der Magen- oder Darmwand. Erkrankungen von Magen und Darm beeinträchtigen auch die Darmflora.

Die schädigende Wirkung von NSAR auf Magen und Darm ist der Wirkweise der Schmerzmittel zuzuschreiben. NSAR hemmen die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandine sind Gewebshormone, die im Körper verschiedene Aufgaben übernehmen. Sie steuern unter anderem Entzündungsreaktionen, die Weiterleitung von Schmerzsignalen und die Blutgerinnung. Wird die Prostaglandin-Bildung gehemmt, verspüren wir weniger Schmerzen und Entzündungen klingen ab.

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