Diese Fans schaden dem FC Bayern nur – die Kolumne von Stefan Effenberg

Und genau da muss Kompany zeigen, was er kann: Er muss diesen Spielern – die ja nun mal alle regelmäßig und am liebsten von Anfang an spielen wollen – nun klar aufzeigen, wie er mit ihnen plant, wem er wann mal eine kurze Auszeit gönnt, wer wann in der Startelf steht, wer wann von der Bank kommt. Das ist seine große Aufgabe. Aber: Kompany ist nach allen bisherigen Eindrücken aus seiner Bayern-Zeit ein starker Kommunikator im Gespräch mit seinen Spielern und wird auch hier den richtigen Ton treffen.

Nicht den ganz richtigen Ton getroffen hat zuletzt Lennart Karl, der bei einem Fanklub-Besuch erklärte, dass Real Madrid sein Traumverein sei. Dafür wurde er direkt öffentlich attackiert von einigen vermeintlichen Experten, die direkt meinten, das gehe doch gar nicht. Das ist totaler Quatsch. Ich sage: Lasst den Jungen in Ruhe!

Karl ist erst 17 Jahre alt, in dem Alter darf man sich auch mal einen Fehler erlauben. Jetzt entwickelt sich gerade seine Persönlichkeit, jetzt lernt er, mit solchen Situationen umzugehen – und: Er ist dann ja auch später sogar direkt bei der Bayern-Führungsetage vorstellig geworden und hat sich für seine Äußerung entschuldigt. Dieser Fehler wird ihm nicht noch einmal passieren. Dazu hat er das Glück, dass Michael Ballack sein Berater ist, und der weiß genau, wie das Geschäft funktioniert. Seine Erfahrung wird Karl in solchen Momenten besonders helfen.

Dagegen hat Bayerns Vorstandschef Jan-Christian Dreesen genau den richtigen Ton gegenüber den Fans des Rekordmeisters getroffen. „Wir sind echt am Überlegen, ob wir die komplette Südkurve sperren“, sagte Dreesen im Interview mit t-online mit Blick auf das nächste Heimspiel in der Champions League – denn dort hatten die Bayern-Anhänger beim 3:1 gegen Sporting massiv Pyrotechnik gezündet. Die Folge: Die Uefa bestrafte den Klub mit 50.000 Euro und einem Teilausschluss der Südkurve.

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