Diese drei Themen werden 2026 wichtig

Jahresbericht 2026

Bafin warnt Verbraucher vor drei Dingen


28.01.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 4 Min.

Bafin-Präsident Mark Branson (Archivbild): „2025 wird für die Finanzbranche ein anspruchsvolles Jahr.“ (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa-bilder)

In ihrem Jahresbericht 2026 nimmt sich die Finanzaufsicht den Verbraucherschutz vor: Es gebe drei besonders große Risiken für Verbraucher, über die sie besser aufklären will.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) möchte Verbraucher besser über finanzielle Risiken aufklären und hat dazu in ihrem Jahresbericht für 2026 drei konkrete Bereiche ausgearbeitet, die besonders im Fokus stehen sollen. Zum einen geht es um Verbraucherkredite und insbesondere „Buy now, pay later“ (BNPL, steht für: jetzt kaufen, später bezahlen), über deren Nachteile Verbraucher nach Ansicht der Bafin nicht gut genug aufgeklärt seien.

Des Weiteren warnt die Behörde vor sogenannten „Finfluencern“, also Nutzern in sozialen Medien, die Finanztipps geben. In Fällen, in denen es zu konkreten Empfehlungen für Anlageprodukte geht, will sie künftig genauer hinsehen und gegebenenfalls einschreiten. Zuletzt nennt die Bafin kapitalbildende Lebensversicherungen als Risiko für Verbraucher, da es einige Produkte gebe, die „keinen angemessenen Kundennutzen“ bieten.

„Schuldenaufnahme für den Erwerb von Konsumgütern und -dienstleistungen scheinen für Verbraucherinnen und Verbraucher immer üblicher zu werden. Für die Prüfung von Kreditkonditionen ist Finanzkompetenz unerlässlich. Die Bafin sieht es aus Verbraucherschutzsicht als problematisch an, dass es vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern gerade daran fehlt“, schreibt die Behörde. Umfragen haben demnach ergeben, dass Verbraucher die Vorteile von Kreditkarten und BNPL sehr gut kennen, bei den Risiken aber größere Wissenslücken aufweisen.

Eine neue europäische Verbraucherkreditrichtlinie soll noch 2026 vorgelegt werden und viele Probleme angehen. So könnten Verbraucher künftig erst einer Kreditwürdigkeitsprüfung unterzogen werden, bevor sie BNPL nutzen können. Die Bafin zweifelt in ihrem Bericht jedoch an, dass das ausreichend vor Impulskäufen schützt. 2026 wird sie daher die Situation weiter beobachten und genau prüfen, wie BNPL-Anbieter die neue Richtlinie umsetzen. „Sollten bei der Umsetzung der verschärften Regelungen Defizite auftreten, wird die Bafin im Einzelfall Maßnahmen ergreifen.“

Gegen Finfluencer will die Aufsichtsbehörde im Zweifel ebenfalls vorgehen. „Auch Finfluencer müssen mit uns rechnen“, sagte Bafin-Präsident Mark Branson in Frankfurt bei der Vorstellung des Jahresberichts. „Wir beaufsichtigen sie nicht direkt. Sie können jedoch unter aufsichtsrechtliche Vorgaben fallen, wenn sie Anlagebetrug begehen oder Empfehlungen für Anlagen aussprechen.“

Umfragen zufolge sehen gerade jüngere Menschen Finfluencer, die sich auf Social-Media-Kanälen wie YouTube, Instagram und TikTok über Finanzthemen auslassen, als wichtige Informationsquelle. „Manche Finfluencer informieren fundiert und seriös. Aber es gibt auch Scharlatane und Menschen mit fragwürdigen Motiven“, sagte Branson. Verlockende Angebote und leere Versprechen seien „besonders oft im Kryptobereich zu finden“.

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