„Auch Schwellenländer geraten unter Druck, da Anleger auch hier die Folgen des Konflikts fürchten“, sagt Sammy Suzuki von AllianceBernstein. Diese sogenannten Emerging Markets umfassen aufstrebende Volkswirtschaften wie Indien, Thailand, die Philippinen oder Brasilien. Der MSCI Emerging Markets Index verlor im März rund 11 Prozent.

Besonders betroffen sind Länder in Asien, die stark von Ölimporten durch die Straße von Hormus abhängig sind. Gleichzeitig gibt es Unterschiede: Rohstoffreiche Länder wie Brasilien könnten besser durch die Krise kommen. Dennoch fürchten Anleger, dass steigende Energiekosten das Wachstum vieler Unternehmen bremsen.

Suzuki sieht dennoch Chancen. Historisch betrachtet hätten Phasen hoher Unsicherheit oft attraktive Einstiegsmöglichkeiten geboten. Ein wichtiger Indikator ist der sogenannte VIX – ein Index, der die Schwankungsintensität an den Märkten misst. „Gerade extreme Ausschläge“ wie aktuell seien selten und gingen „häufig mit besonders starken nachfolgenden Renditen einher“, so Suzuki.

Seine Einschätzung ist entsprechend optimistisch: Schwellenländeraktien könnten sich in den kommenden Monaten um mehr als 60 Prozent erholen und damit stärker zulegen als Aktien aus Industrieländern.

Ähnlich argumentieren Experten für US-Technologiewerte. Trotz anhaltender Unsicherheit gilt der Trend rund um Künstliche Intelligenz (KI) weiterhin als zentraler Wachstumstreiber. Der jüngste Rückgang im Softwaresektor, etwa ein Minus von 12 Prozent beim iShares Expanded Tech-Software Sector ETF, wird von einigen Experten als überzogen bewertet. „Es handelt sich hier eindeutig um eine gewisse Überreaktion“, sagt etwa Ben Emons von FedWatch Advisors, einem US-Finanzdienstleister für Zinsprognosen, bei „Yahoo Finance“.

Einzelne Unternehmen stehen exemplarisch für die aktuellen Verwerfungen. Aktien wie Palantir, Palo Alto Networks oder Oracle haben zuletzt deutlich nachgegeben. Für einige Experten ist genau das eine Chance. Mark Gibbens von Gibbens Capital hält es für „Zeit, einzusteigen“ – der Markt habe Palantir „mit dem Badewasser ausgeschüttet“.

Auch Cybersecurity bleibe ein strukturelles Wachstumsfeld. „Ich denke, Palo Alto ist hier ein Gewinner“, sagt Keith Gangl von Gradient Investments bei „Yahoo Finance“. Tiffany McGhee von Pivotal Advisors hebt zudem Oracle hervor: Das Unternehmen profitiere von einem stabilen Cashflow und wachsender Bedeutung im KI- und Cloudgeschäft, „Oracle ist ein Unternehmen, das uns gefällt“, so ihr Fazit.

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