Ärztliche Abklärung nötig
Abends Fieber, morgens fieberfrei – was das sein kann
Aktualisiert am 21.10.2026 – 20:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Fieber, das nur abends auftritt und morgens wieder weg ist, ist bei Kindern meist harmlos. Bei Erwachsenen kann es jedoch auf bestimmte Erkrankungen hinweisen.
Die Körpertemperatur des Menschen ist nie konstant, sondern von vielen Faktoren abhängig, etwa von der körperlichen Aktivität, der Psyche, der Ernährung oder hormonellen Einflüssen.
Im Laufe des Tages verändert sich die Temperatur: Abends ist sie meist höher als morgens – nicht nur bei einem Infekt wie einer Erkältung, sondern auch bei gesunden Menschen. Der niedrigste Wert wird gewöhnlich morgens gegen 4 Uhr, der höchste Wert abends gegen 18 Uhr gemessen. Der Temperaturunterschied kann bei Gesunden bis zu rund 1 Grad Celsius ausmachen.
Schwankungen in einem gewissen Rahmen sind also normal. Was aber bedeutet es, wenn eine Person nur abends Fieber hat, während die Temperatur morgens wieder im Normalbereich ist?
Ab welcher Temperatur hat eine Person Fieber?
Von Fieber sprechen Fachleute gewöhnlich, wenn die Temperatur bei Erwachsenen über 38 Grad Celsius liegt (rektal gemessen). Dieser Wert gilt auch für Säuglinge. Bei Babys über drei Monaten und kleinen Kindern liegt der Grenzwert hingegen in der Regel bei 38,5 Grad.
Schwankungen bei Kindern keine Seltenheit
Bei kleinen Kindern kommt es häufiger vor, dass sie abends Fieber haben, welches am Morgen bereits wieder weg ist.
Kinder entwickeln grundsätzlich schneller Fieber als Erwachsene. Denn ihr Körper kann die Temperatur noch nicht gut regulieren. Hinzu kommt, dass sie nicht so leicht schwitzen, sodass sie Wärme schlechter abgeben als Erwachsene.
Einmaliges abendliches Fieber mit Temperaturen von 38 bis 39 Grad Celsius ist dann meist kein Grund zur Sorge. Tritt das Fieber jedoch abends wiederholt auf, sollte das Kind einem Arzt vorgestellt werden.
- Deutliches Krankheitszeichen: Was tun bei Fieber über 40 Grad?
Bei Erwachsenen kann abendliches Fieber auf Erkrankung hinweisen
Fieber kann sehr unterschiedlich beschaffen sein. Faktoren wie Höhe und Dauer des Fiebers geben dem Arzt wichtige Hinweise auf die Ursache.
Auch die Tageszeit, zu der das Fieber auftritt, kann dabei eine Rolle spielen. Denn bestimmte Krankheitsbilder gehen mit einem typischen Fieberverlauf einher. Fachleute unterscheiden vor allem zwischen folgenden Verläufen:
- kontinuierliches Fieber: Das Fieber bleibt morgens und abends weitgehend konstant und schwankt um nicht mehr als 1 Grad Celsius.
- remittierendes Fieber: Die Temperatur am Abend ist deutlich (bis zu 2 Grad Celsius) höher als am Morgen, wobei die Person auch morgens meist nicht völlig fieberfrei ist.
- intermittierendes Fieber: Die Temperaturunterschiede sind noch größer als beim remittierenden Fieber (mehr als 2 Grad im Laufe des Tages); morgens liegt die Temperatur meist im Normalbereich, während die Person abends Fieber hat.
- undulierendes Fieber: Das Fieber sinkt und steigt in einem wellenförmigen Verlauf über Wochen und Monate hinweg.
- rezidivierendes Fieber: Die Person hat Fieberschübe, zwischen denen 1 bis 2 oder auch bis zu 14 fieberfreie Tage liegen können.
Fieber, das wiederholt abends auftritt und morgens komplett weg ist, entspricht demnach am ehesten einem intermittierenden Verlauf. Sind die Schwankungen hingegen nicht so groß und hat die Person auch morgens noch leichtes Fieber, handelt es sich um remittierendes oder (bei geringen Schwankungen) um kontinuierliches Fieber.
