
Kinderpsychologie
Nichts wegwerfen können: Die Psychologie hinter dem Messie-Syndrom
Aktualisiert am 15.02.2026 – 04:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ordnung im Kinderzimmer kann ein Streitpunkt sein. Das Chaos ist meist Ausdruck von Entwicklung, kann aber auch psychologische Ursachen haben.
Es ist keine Seltenheit, dass das Kinderzimmer im Chaos versinkt. Gerade bei Jugendlichen kann die Thematik überhand nehmen. In den meisten Fällen hilft es nicht, wenn Eltern das Aufräumen schlicht befehlen. Vielmehr braucht es einen gemeinsamen Ansatz und die Suche nach Ursachen.
Als Eltern macht man sich ständig Sorgen um das Wohlergehen der Kinder. Ein unaufgeräumtes Kinderzimmer ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Vielmehr ist es Teil der Entwicklung, besonders im Teenageralter.
Dabei ist das Chaos im Zimmer häufig Abbild der inneren Aufruhe. Vielleicht haben gerade andere Themen Priorität, die Gedanken sind woanders und Ordnung rückt in den Hintergrund. Trotzdem ist es sinnvoll, das Thema zu beobachten und mit dem Kind an möglichen Lösungen zu arbeiten, sowohl, um Ordnung zu schaffen als auch um mögliche tieferliegende Probleme zu bemerken.
Obwohl das unordentliche Kinderzimmer in so gut wie jeder Familie Thema ist, gibt es durchaus Situationen, in denen mehr dahintersteht. Manche Kinder horten geradezu ihre Besitztümer und können sich weder von ihnen trennen noch für Ordnung sorgen.
Dahinter können sich Überforderung, Verlustängste oder andere tiefergehende Probleme verstecken. Gerade wenn Kinder besonders emotional auf Aufräumen reagieren und Eltern trotz verschiedener Ansätze nicht weiterkommen, sollte von professioneller Seite abgeklärt werden, ob mehr dahinter steckt.
Aufräumen und Wegräumen müssen genauso gelernt werden, wie das Wegschmeissen alter oder nicht mehr gebrauchter Dinge. Anstatt das Chaos zu beseitigen, wenn das Kind im Bett ist oder aber dem Kind das Aufräumen alleine zu überlassen, kann es zu einer gemeinsamen Team-Aktion werden und ohne Druck funktionieren.
Ebenfalls hilfreich sind klare Regeln und Strukturen. Zum Beispiel kann Aufräumen ein Teil der Abendroutine sein.
Beschriftete und klar zugewiesene Aufbewahrungskisten helfen dabei, Aufräumen leicht zu machen und keine Zeit damit zu verschwenden, einen geeigneten Ort zu suchen: Bücher kommen immer in das Bücherregal, die Bausteine in die dafür vorgesehene Kiste, Puppen dagegen in den entsprechenden Korb und benutzte Wäsche direkt in den Wäschekorb.
Kinder lernen viel durch Vorleben. Es fällt leichter, das eigene Zimmer ordentlich zu halten, wenn das grundlegende Verhalten auch abseits des Kinderzimmers zum Alltag gehört.
So kann nach dem Mittagessen die Spülmaschine gemeinsam eingeräumt werden, bis Tisch und Küchenzeile wieder ordentlich sind und im Flur werden von allen Familienmitgliedern Schuhe und Jacken an dafür vorgesehene Stellen geräumt. Das Kinderzimmer wird so zur Erweiterung des selbstverständlichen Alltags.
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Trotz guter Strukturen kann Aufräumen zum Problem werden. In dem Fall ist die Frage, wo der Ursprung des Chaos liegt. Manchmal hilft es Eltern, die eigenen Vorstellungen von Ordnung hinten an zu stellen und stattdessen ein gewisses Maß an Unordnung, zum Beispiel in einer dafür vorgesehenen Ecke des Zimmers, zu akzeptieren.