
„Endlich mal nichts zu meckern“
Industrie verzeichnet deutlichen Auftragsanstieg
Aktualisiert am 08.01.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Der anhaltenden Wirtschaftsflaute zum Trotz kommen positive Neuigkeiten aus der Industrie. Die Anzahl von Bestellungen insbesondere bei Metallerzeugnissen und Fahrzeugen steigt.
Die Wirtschaftslage ist eines der Sorgenkinder, die die Bundesregierung in Atem hält. Nun sehen Ökonomen wieder positive Entwicklungen. Im November des vergangenen Jahres haben die deutschen Industrieunternehmen einen überraschenden Anstieg der Aufträge erlebt. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden stiegen die Auftragseingänge unter Berücksichtigung der Saisons um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Die Großaufträge herausgerechnet, konnte der Auftragseingang demnach um 0,7 Prozentpunkte höher festgestellt werden als noch im Oktober. Ökonomen hatten laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg nach dem starken Oktober-Wert eigentlich mit einem Rückgang der Werte gerechnet. Zudem wurde der Oktober-Wert leicht auf 1,6 Prozent nach oben revidiert.
Eine überdurchschnittliche Häufung von Großaufträgen aus dem Inland sorgte den Angaben zufolge auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich für eine Zunahme von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch ohne Großaufträge legten die Auftragseingänge im Dreimonatsvergleich um 2,1 Prozent zu. Im Vergleich zum November 2024 beträgt das Plus 10,5 Prozent.
Ökonomen sprachen von positiven Signalen. „Endlich mal eine Zahl von der deutschen Konjunktur, an der es nichts zu meckern gibt“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er sprach von einem echten Zeichen für eine mögliche Trendwende. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, nannte die Zahlen eine Konjunkturüberraschung. Die Auftragseingänge werden nach seinen Worten in den kommenden Monaten vor allem auch von Rüstungsaufträgen geprägt bleiben.
Ähnlich äußerte sich der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Rüstungsbestellungen dürften zu weiter steigenden Auftragseingängen führen. Das Auftragsplus sei ein weiteres Indiz, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden.
„Diese Stütze ist für die Industrie hochwillkommen“, betonte Dullien. 2026 dürfte deutlich besser für die deutsche Industrie werden als das abgelaufene Jahr. Neben steigenden Staatsausgaben für Rüstung dürfte auch der Anstieg bei Infrastrukturinvestitionen der Industrie mehr Aufträge bescheren.