DHB-Team will gegen Dänemark dunkle Erinnerung überwinden

Deutsche Handballer vor dem EM-Finale

Sie wollen eine dunkle Erinnerung überwinden


Aktualisiert am 01.02.2026 – 08:23 UhrLesedauer: 4 Min.

Tiefe Enttäuschung bei Renārs Uščins (links) und Juri Knorr: Das letzte Finale gegen Dänemark verlief einseitig. (Quelle: Marco Wolf/imago-images-bilder)

Im Finale der Handball-Europameisterschaft trifft Deutschland einmal mehr auf Dänemark. Dabei wollen die Deutschen eine herbe Klatsche wiedergutmachen.

Aus Herning berichtet Nils Kögler

Wenn am Sonntag (ab 18 Uhr im Liveticker bei t-online) die deutsche Nationalmannschaft im Finale der Handball-Europameisterschaft auf Dänemark trifft, gilt es für beide Nationen, eine Durststrecke zu beenden. Die DHB-Auswahl um Bundestrainer Alfred Gíslason will endlich den ersten Titel seit der EM vor genau zehn Jahren einfahren und gleichzeitig das ebenso lange Warten auf einen Sieg gegen die Übermacht aus Dänemark beenden.

Die Dänen auf der anderen Seite wollen vor ihrer Heimkulisse in der Jyske Bank Boxen von Herning endlich den ersten EM-Titel seit 14 Jahren einfahren. Damit würden sie gleichzeitig auch ein seltenes Titel-Triple vollenden, denn die Weltmeisterschaft und Olympia-Gold halten die Nordeuropäer bereits. Die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Paris 2024 ist dabei auch ein Stachel im Fleisch der deutschen Mannschaft. Im damaligen Finale spielten die Dänen der DHB-Auswahl nämlich übel mit. Das Spiel war im Prinzip nach wenigen Minuten entschieden. Beim erneuten Aufeinandertreffen bei dem Finale am Sonntag will Deutschland diese dunklen Wolken vertreiben.

Mit 26:39 hatte Deutschland das Olympia-Finale in Lille mehr als deutlich verloren. Schon nach wenigen Minuten war Dänemark davongezogen. Der Traum von Gold war früh begraben. „Für mich war das Spiel in Lille extrem bitter“, gab Bundestrainer Gíslason nach dem erneuten Finaleinzug der Handballer zu. „Ich war so sauer, weil die Jungs nach einer Viertelstunde abgeschenkt haben und gesagt haben: Silber ist auch nicht schlecht“, so Gíslason weiter. Während die Mannschaft nach dem Finale zum Feiern nach Paris gefahren sei, „bin ich direkt abgehauen nach Deutschland, weil ich so enttäuscht war davon, wie wir gespielt haben“, erinnerte sich Gíslason.

An ein ähnliches Szenario glaubt der 66-jährige Isländer im EM-Finale am Sonntag nicht. Zwar wisse man, dass man im Endspiel nicht der Favorit sei, aber: „Dieses Turnier hat sehr viel Selbstvertrauen für die Truppe gebracht.“ Die Mannschaft habe einige Schritte nach vorn gemacht. „Diese Schwankungen, die bei uns zu viel waren, sind weniger geworden.“ Auch die vielen jungen Akteure „zeigen, dass sie abgezockte Spieler sind und das freut mich riesig“, so Gíslason weiter. „Ich bin ganz sicher, der Hunger, sich gut zu präsentieren, ist da.“

Auch Spielmacher Juri Knorr glaubt nicht an eine Wiederholung des Olympia-Finales. „Es ist ein anderes Gefühl als in Paris“, sagte er. „In Paris sind wir uns nach dem Halbfinale einfach in die Arme gefallen und haben geschrien: Wir haben eine Medaille. Da haben wir vielleicht ein bisschen abgeschaltet, haben uns nur auf das Momentum verlassen“, so Knorr weiter. Bei der EM sei das nun ganz anders. „Deshalb glaube ich, dass wir bereiter sind für dieses Spiel da am Sonntag.“

Aktie.
Die mobile Version verlassen