
Hauptrunde der Handball-EM
Deutschland ringt Dänemark-Schreck Portugal nieder
Aktualisiert am 22.01.2026 – 17:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Die deutschen Handballer sind erfolgreich in die Hauptrunde der EM gestartet. Gegen Favoritenschreck Portugal blieb es bis zum Schluss spannend.
Deutschlands Handball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft ihr erstes Spiel der Hauptrunde für sich entschieden. In Herning setzte sich die DHB-Auswahl am Donnerstag mit 32:30 gegen Portugal durch. Die Iberer hatten zuletzt Top-Favorit Dänemark besiegt. Doch das deutsche Team rang den überaus kniffligen Gegner in einer bis zum Schluss hochspannenden Partie letztlich verdient nieder.
Vor 6.145 Zuschauern war EM-Neuling Miro Schluroff, der erst nach der Pause kam, mit sieben Toren bester DHB-Werfer. Torhüter Andreas Wolff kam auf über zehn Paraden. In der Sechsergruppe steht Deutschland nun bei vielversprechenden vier Punkten. Die beiden Erstplatzierten erreichen die Vorschlussrunde.
Portugal hatte zum Abschluss der Vorrunde Überflieger Dänemark die erste Niederlage in Herning seit 2014 zugefügt und entsprechend siegessicher starteten die Südeuropäer in die Partie. Glanzparaden von Wolff reichten nicht, um einen ähnlich schlechten deutschen Start wie im Vorjahr abzuwenden, als das DHB-Team gegen Portugal eine bittere Niederlage im WM-Viertelfinale einstecken musste. Vor allem Spielmacher Juri Knorr und Julian Köster vergeigten einen Angriff nach dem anderen.
„Dieses Spiel lebt nur von unseren Fehlern. Bitte spielt einfach unser ganz normales Spiel“, flehte DHB-Coach Gíslason in einer frühen Auszeit und wechselte durch. Nils Lichtlein übernahm die Rolle des Siebenmeterschützen und Regisseurs, agierte aber oft ungenau bei seinen Abspielen. Deutschland hatte Glück, dass auch Portugal weit weg von seiner Topform war, Großchancen vergab und von der 19. bis 28. Minute keinen Treffer erzielte.
Vor allem das portugiesische Brüder-Duo Francisco und Martim Costa hatte man bis dahin gut im Griff. Das Unentschieden zur Pause war nach einem fehlerbehafteten Spiel leistungsgerecht. „Dafür ist das Ergebnis noch ziemlich gut“, sagte Kreisläufer Justus Fischer am ARD-Mikrofon angesichts der langen Fehlerkette im eigenen Spiel zur ungewohnt frühen Anwurfzeit. Die Partie war bereits um 15.30 Uhr gestartet.
Nach Wiederanpfiff sollte es Schluroff mit seinen Hochgeschwindigkeits-Würfen aus dem Rückraum richten. Mit seinem dritten Treffer brachte der Gummersbacher sein Team mit 16:15 in Führung. Es waren die Einzelaktionen des 25-Jährigen, die herausstachen. Im Kollektiv agierte Deutschland nach wie vor fehlerhaft.
Gíslason tobte an der Seitenlinie. Weder mit dem eigenen Spiel noch mit der Schiedsrichterleistung war der Isländer zufrieden. Dass Deutschland zehn Minuten vor Spielende trotzdem mit 23:22 führte, lag an Wolffs Weltklasse-Paraden. Der 34-Jährige hielt den Sieg bis zum Schluss fest. Daran änderte auch die Rote Karte für Kapitän Johannes Golla nichts mehr.